Seine Verteidiger hatten bis zuletzt erfolglos versucht, den Prozess neu aufrollen zu lassen.

Rund ein halbes Jahr nach der Verurteilung des mexikanischen Drogenbosses Joaquín "ElChapo" Guzmán soll an diesem Mittwoch (15.15 Uhr MESZ) in New York das Strafmaß verkündet werden. Erwartet wird, dass Richter Brian Cogan den 62-Jährigen mit einer lebenslangen Haftstrafe belegt. Das hat auch die Staatsanwaltschaft gefordert. Die nach Bundesgesetz zulässige Todesstrafe war nach einer Einigung zwischen den USA und Mexiko, von wo aus Guzmán nach seiner Festnahme ausgeliefert worden war, von vorneherein ausgeschlossen.

>> USA fordern 12,6 Milliarden Dollar von Drogenboss El Chapo

Guzmán, der wegen seiner Körpergröße von 1,64 Meter den Spitznamen "El Chapo" ("der Kurze") trägt, war im Februar in einem der größten Prozesse zu Drogenkriminalität in der Geschichte der USA in allen zehn Anklagepunkten schuldig gesprochen worden – unter anderem wegen Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, Herstellung und internationaler Verbreitung der Drogen Kokain, Heroin, Methamphetamin und Marihuana sowie wegen Geldwäsche und Gebrauchs von Schusswaffen. Die US-Regierung hatte den Schuldspruch als großen Erfolg gefeiert und weiter hartes Vorgehen gegen Schmugglerkartelle angekündigt.

>> Drogenboss El Chapo: US-Staatsanwaltschaft fürchtet Fluchtpläne

Guzmán ist derzeit in einem Hochsicherheitsgefängnis in New Yorks Stadtteil Manhattan eingesperrt. In Mexiko gelang es dem Ex-Drogenboss bereits zwei Mal, aus dem Gefängnis auszubrechen: 2001 entkam er in einem Wäschekorb und 2015 durch einen Tunnel, den Komplizen bis unter seine Zelle gegraben hatten.

[dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de