Seit Mittwoch läuft der Prozess um die Drogenlieferanten, die in einem Auto Kokain durch Berlin fuhren, um es bequem vor der Haustür abzugeben. Jetzt sind sie aufgeflogen – und ihr Erfolg scheint endgültig vorbei.

Rund 850 Stammkunden konnte ein "Kokain-Lieferservice" aus Berlin über Monate hinweg erfolgreich mit Drogen versorgen. Knapp acht Monate nach der Festnahme mehrerer Verdächtiger haben die sechs Angeklagten vor dem Landgericht nun gestanden.

Das Drogen-Lieferdienst expandierte schnell

Symbolbild: Taxi

Ein 26-Jähriger erklärte zu Prozessbeginn am Mittwoch, er habe das illegale Geschäft zunächst mit einem Handy begonnen. Als es bald immer mehr Abnehmer geworden seien, habe er sich Komplizen gesucht. Er habe die Drogen beschafft und auch den Einsatz der Kuriere koordiniert. Ein 37-Jähriger sagte, sie hätten "mit mindestens vier Fahrern im Schichtsystem gearbeitet".

Symbolbild: Kokain

Die Dealer mussten im Schichtdienst arbeiten

Mit sogenannten Koks-Taxis sei die Auslieferung erfolgt, heißt es in der Anklage. Die Kurierfahrer hätten im Schichtbetrieb gearbeitet, um den festen Kundenstamm von mindestens 850 Personen ab mittags bis in die frühen Morgenstunden des folgenden Tages versorgen zu können. Eine 28-jährige Angeklagte soll ihre Wohnung zum Portionieren und Verpacken des Rauschgifts zur Verfügung gestellt haben. Nach Verständigungsgesprächen der Prozessbeteiligten müssen drei der Männer mit Haftstrafen von etwa fünf Jahren rechnen.

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[Text zusammen mit: dpa]

Quelle: Noizz.de