Die Berliner Polizei fragt sich gerade: Dürfen Spätis THC-freies Cannabis verticken?

Laura Wolfert

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Cannabis Foto: dpa picture alliance

Nutzhanf anzubauen, ist unter gewissen Umständen legal.

„Bunte Blüte“ steht auf der kleinen Dose, die derzeit in Berliner Spätis verkauft wird. Ebenfalls drauf abgebildet: eine Hanfpflanze. „Bunte Blüte“ ist der Name eines kleinen Unternehmens aus Kreuzberg, das von vier Freunden geleitet wird.

Laut der „Berliner Zeitung“ wollten sie Nutzhanf verkaufen, so wie es in Italien, Österreich, der Schweiz und den USA üblich ist. Das Problem: Die Polizei ist sich unsicher, ob es sich bei dem Doseninhalt wirklich um harmloses Nutzhanf handelt. Und genau deswegen wurde jetzt gegen zwölf Berliner Spätis ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet. Verdacht: Handel mit Betäubungsmittel.

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Aber wann ist Hanf eigentlicht illegal – und sind die Berliner Spätis jetzt Dealer?

Das reine Konsumieren von Gras steht nicht im Betäubungsmittelgesetz und ist somit straffrei. CBD ist die Komponente der Hanfpflanze, die nicht berauscht, sondern nur entspannt. Sie kann sowohl aus Marihuana als auch aus Nutzhanf gewonnen werden. Genau dieses Nutzhanf anzubauen, ist laut dem „Deutschen Hanfverband“ unter gewissen Umständen in Deutschland legal. Der Handel, das Kaufen und auch der Besitz von Hanf hingegen nicht – egal wie viel THC-Gehalt das Cannabis-Produkt enthält.

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Da die Berliner Spätis aber die Dosen verkaufen, zählt das zu Handel mit Cannabis – und ist somit wohl illegal. 10 Euro soll nach „radioeins“ eine Dose kosten – genauso viel wie üblicherweise ein Gramm Gras. Laut der Berliner Zeitung hat der Verein Späti e.V. den Verkäufern nach Gesprächen mit der Polizei geraten, die Dosen der „Bunte Blüte“ nicht weiter zu verkaufen.

Die Firma soll gegenüber den Späti-Händlern behauptet haben, ihr Cannabis sei legal. Nun droht den vier Freunden von „Bunte Blüte“ wohl selbst ein Strafverfahren.

Quelle: Noizz.de

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