Puff Puff Bayern?

Zunächst einmal hört sich diese Nachricht recht strange an: Gerade im Bundesland, das als besonders streng in Sachen Cannabis-Strafverfolgung gilt, soll nun Marihuana angebaut werden? Und der Münchener Oberbürgermeister unterstützt das Ganze sogar?

Bei genauerem Hinsehen hört sich das Projekt allerdings schon gar nicht mehr so abstrus an: Wie der Deutsche Hanfverband jetzt verkündete, möchte Oberbürgermeister Dieter Reiter die Kriminalisierung von Cannabis-Patienten verhindern. „Die Kapazitäts- und Lieferengpässe bei Cannabis als Medizin seien bekannt, so Reiter“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Petenten Philipp Ferrer, Micha Greif & Alexandra Scheiderer sowie OB Reiter Foto: Roman Meyer

Das bedeutet: Der SPDler setzt sich dafür ein, dass Menschen, die medizinisches Cannabis für ihre Genesung benötigen, nicht zum Dealer im Park laufen müssen – nur weil den Apotheken der Vorrat ausgeht.

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Meine Fraktion hat auf meine Bitte einen Antrag gestellt, um zu prüfen, ob wir das nicht selber anbauen können. Wir haben durchaus Fläche, das zu tun. Wieso sollen wir das einen Dritten machen lassen. [...] Ich gehe davon aus, dass wir eine Mehrheit im Stadtrat finden“, so Reiter am 11. Januar gegenüber dem Deutschen Hanfverband – und reagiert damit auf die Petition, die der Verband vergangenen Mai gestartet hatte.

Hier kannst du dir die Petitionsübergabe anschauen:

Cannabis-Beschaffung in Deutschland

Momentan bezieht Deutschland medizinisches Hanf ausschließlich von Kanada und den Niederlanden. Der Grund: Das UN-Einheits-Übereinkommen über Suchtstoffe aus dem Jahr 1961 verbietet den Verkauf von Cannabis als Genussmittel. Uruguay fällt laut CDU-Gesundheitsexperten Erwin Rüddel als Lieferant weg, weil Cannabis dort auch als Genussmittel vertrieben wird.

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Im vergangenen Jahr legalisierte auch Kanada die Pflanze komplett. Und auch die Niederlande testen die Legalisierung im Rahmen von Modellprojekten. Wenn sowohl Kanada als auch die Niederlande im kommenden Jahr als Lieferant von Cannabis wegfallen würden, könnte die Zufuhr für Medizinalhanf-Patienten in Deutschland möglicherweise vollkommen zusammenbrechen.

Quelle: Noizz.de