"Kunden sind verunsichert."

Die Hochzeiten des Dampfens scheinen vorbei zu sein. Gerade erst schien der E-Zigaretten-Hype auch in Deutschland angekommen zu sein, schon ebbt er wieder ab. Nach den Todesfällen in den USA im Zusammenhang mit der elektrischen Rauchalternative wächst der Druck auf die Branche auch in Deutschland.

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Händler melden nach Angaben des Bündnisses für Tabakfreien Genuss (BfTG) seit einigen Wochen erhebliche Umsatzeinbußen. "Kunden sind verunsichert", sagte BfTG-Chef Dustin Dahlmann. Das ergab zumindest eine Umfrage des Verbandes unter mehr als 600 E-Zigaretten-Händlern. Demnach verzeichnen sie einen drastischen Einbruch: Mehr als die Hälfte verzeichne Umsatzrückgänge von 30 bis 40 Prozent, ein Fünftel sogar mehr als 50 Prozent. 88 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sich die Berichte aus den USA negativ ausgewirkt hätten.

Kein Wunder, schließlich verkündetet die US-Gesundheitsbehörde CDC bisher 34 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von elektronischen Zigaretten.

Zudem gebe es rund 1.600 bestätigte Erkrankungen. Zuletzt gab es Hinweise, dass dabei THC-Produkte eine Rolle spielen könnten. THC (Tetrahydrocannabinol) steckt in Cannabis und ist hauptsächlich für die berauschende Wirkung der Droge verantwortlich. Neueste Erkenntnisse legen laut CDC nahe, dass vor allem THC-haltige Produkte, die von der Straße oder teils über illegale Händler bezogen worden seien, mit den meisten Fällen in Verbindung stünden.

Aus diesem Grund hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Mitte Oktober eine offizielle Empfehlung herausgegeben, die davor warnt, sich die Liquids für die E-Zigarette selbst zu mischen. Nutzer sollten ebenfalls auf Liquids unklarer Herkunft verzichten.

"Viele Kunden befinden sich in einer Zwickmühle", sagte Dahlmann. Ganz mit dem Rauchen aufzuhören, scheint für die meisten keine Option zu sein. "Wir beobachten den Trend, dass in Folge der Vorfälle in den USA Dampfer zurück zur Tabakzigarette wechseln und wieder Raucher werden." In Europa gebe es keinen einzigen Verdachtsfall, sagte Dahlmann und verwies darauf, dass es in der EU für Dampfprodukte spätestens seit Einführung der Tabakproduktrichtlinie klare Regeln für Inhaltsstoffe gebe.

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[Text: zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de