Eine selbsternannte Wohltätigkeitsorganisation in Australien möchte den Einsatz von Psychedelika unterstützen. MDMA soll Menschen helfen, die in Isolation mit psychischer Gesundheit zu kämpfen haben. Kann die Droge auch in Deutschland nützlich sein?

Magic Mushrooms, LSD, DMT und MDMA: Das sind psychotrope Substanzen, die in höheren Dosierungen einen Rauschzustand auslösen. Die sogenannten Psychedelika sorgen aber nicht nur für einen verrückten Partytrip – sie haben wohl auch medizinische Vorteile. So heißt es, dass mit ihrer Hilfe soziale Ängste reduziert, die Kreativität verbessert und Depression gemildert werden können. Deswegen hat die Organisation "Mind Medicine Australia" (MMA) nun dazu aufgerufen, die Drogen als Therapie während der Covid-19-Pandemie gezielt einzusetzen.

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Die Therapie mit MDMA soll vielen AustralierInnen helfen

Andrew Robb ist ein Vorstandsmitglied von MMA und ehemaliger Koalitionsabgeordneter einer australischen Partei, die im politischen Spektrum Mitte-Rechts einzuordnen ist. Er fordert von der Regierung, die Behandlung von Quarantäne-Depression mithilfe von Psychedelika zu unterstützen. "Sie könnte möglicherweise vielen Australiern helfen", sagt Robb gegenüber "ABC".

Seit Anfang dieses Jahres ist die Zahl von Menschen in Australien, die unter Depressionen, Stress und Angstzuständen leiden, gestiegen. Grund dafür sind die verheerenden Buschbrände und die Pandemie. Laut "Dazed" soll eine Studie der New York University ergeben haben, dass bestimmte Psychedelika Ängste bei Patienten verringern soll – allerdings könnte das nach der Einnahme bis zu fünf Jahren dauern.

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Kann MDMA wirklich Angststörungen überwinden?

Nach Informationen der Gesundheitsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung begünstigen psychische Störung den Missbrauch von Ecstasy, die Pillenform von MDMA. Laut Professor Dr. Hans-Ulrich Wittchen, Leiter des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, ist es ein großer Irrtum, dass sich Jugendliche mit dem Konsum selbst therapieren können. Bestehende Ängste und andere psychische Probleme seien mit Ecstasy nicht heilbar. "Zwar kann bei einigen Jugendlichen initial durchaus eine vorübergehende scheinbare Beschwerdebesserung eintreten. Da Ecstasy aber keine beruhigende, sondern eine stimulierende Wirkung hat, führt der wiederholte Konsum gehäuft zu einer Zunahme von Angstphänomenen, Panik sowie ängstigenden körperlichen und psychischen Leiderlebnissen", sagt Wittchen.

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Das "Deutsche Ärzteblatt" schreibt, dass MDMA in "einer kleinen randomisierten Doppelblindstudie die Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung gelindert" hat. Die Ergebnisse sollen nun überprüft werden. Therapieversuche mit der Droge wurden bisher strikt verboten. Sollte die Studie doch erfolgreich sein, wird frühestens mit einer Zulassung 2021 gerechnet.

  • Quelle:
  • Noizz.de