Weiße Weihnacht beim Weihnachtsmann?

An Weihnachten hat Santa Claus so einiges zu tun: Rentiere satteln, alle Geschenke einladen und dann in einer Nacht im Schlitten um die ganze Welt, sich durch Schornsteine zwängen und vor neugierigen Kinderaugen verstecken. Ein unmenschliches Arbeitspensum. Eigentlich unmöglich. Deshalb, Leute, lasst uns realistisch sein: Der Weihnachtsmann kokst. Anders ist dieser Workload gar nicht zu schultern.

Tausend Kinderträume zerschellen gerade, aber ich bin mit dieser Ansicht nicht alleine: Die US-Einzelhandelskette Walmart hat in Kanada einen Christmas-Sweater beworben, auf dem der Weihnachtsmann mit einem Ziehrohr in der Hand vor drei weißen Lines sitzt – Unterschrift: "Let it snow" ("Lass es schneien"). Neben ihm türmt sich ein Kokain-Berg in Schneeballform. Auf der Website bewarb Walmart das Schmuckstück mit folgenden Worten: "Der Weihnachtsmann genießt die Zeit, wenn er sich kolumbianischen Schnee von bester Qualität besorgen kann." Das lässt wenig Spielraum für Interpretationen.

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Das Marketing-Team der Einzelhandelskette hat sich beim Schreiben des Werbetexts sicher ins Fäustchen gelacht – dumm nur, dass die kolumbianische Regierung die ganze Aktion überhaupt nicht lustig fand und jetzt sogar entschädigt werden will. Ein juristischer Vertreter der Regierung sagte einem kolumbianischen Radiosender am Dienstag, der für Kolumbien entstandene Schaden soll abhängig von der Zahl der Leute, die die Werbung im Internet gesehen hätten, errechnet werden.

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Das war noch nicht alles: Die Regierung in Bogotá will das Bild des Landes wieder zurechtgerückt haben und verlangt von Walmart "eine zehnmal so große Werbekampagne" wie für den Koks-Weihnachtsmann-Pullover. Die Aktion ist also so richtig nach hinten losgegangen. Und was sagt Walmart? Die Einzelhandelskette nahm den Pullover aus dem Programm, er repräsentiere "nicht die Werte von Walmart". Ohnehin sei das Stück nur über einen Drittanbieter online erhältlich gewesen und nie in die Geschäfte gekommen, so eine Walmart-Sprecherin.

Fraglich, ob sich Kolumbien damit zufrieden gibt. Etwas merkwürdig ist die Reaktion der Regierung allerdings schon, denn das Land ist tatsächlich der größte Kokainproduzent der Welt – und das ist bei weitem kein Geheimnis.

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  • Quelle:
  • Noizz.de