Mit Rezept in der Apotheke legal Kokain kaufen: Das ist die Zukunftsvision der britischen Drogenreform-Stiftung Transform. Ihr Ziel ist es, durch diesen Vorschlag den Verkauf von Aufputschmittel sicherer und besser zu regulieren. Aber sieht die Regierung Großbritanniens das auch so?

Aktivist*innen in Großbritannien fordern ihre Regierung auf, Drogen wie Kokain, Ecstasy und Amphetamine zu verstaatlichen und in Apotheken legal zu verkaufen.

Die Idee stammt von Transform, eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich für Drogenreform einsetzt. In ihrem neuen Buch "How to regulate stimulants: A practical guide" (übersetzt: "Wie man Aufputschmittel reguliert: Ein praktischer Ratgeber") schildern sie, wie ein legales Drogenverkaufssystem aufgebaut sein könnte, und was die Vorteile davon wären.

"Unsere Vorschläge würden organisierten kriminellen Banden die Drogenversorgung wegnehmen und ein System kreieren, dass die Gefahr (von Drogen) reduziert und nicht erhöht", sagte Transform's CEO Dr. James Nicholls.

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Wie Antibiotika: So soll der legale Verkauf von Kokain funktionieren

Die Stiftung stellt sich das so vor: Kokain, MDMA und andere Aufputschmittel würden als legale, verschreibungspflichtige Medikamente in spezialisierten Apotheken verkauft werden. Wie Antibiotika quasi. Für einen möglichst sicheren Ablauf, gäbe es strikte Kontrollen sowie speziell ausgebildete Chemiker*innen, die die Kundschaft über Einnahme und potenzielle Risiken beraten können. Außerdem soll nur an Menschen über 18 Jahren verkauft werden.

Wie an den Mock-Up-Designs im Buch zu erkennen ist, käme die gewünschte Droge als einzelne Dosis in einer typisch pharmazeutischen Verpackung, versehen mit klar erkennbaren Warnhinweisen und einem Beipackzettel mit Risikoinformation. Anstelle von Privatunternehmen würde eine staatliche Regulierungsbehörde die Preise regulieren. Es wäre weiterhin verboten, Werbung für die Drogen zu machen.

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Werden britische Apotheken zukünftig Drogen kaufen?

Der Verkauf von Ecstasy und Kokain in britischen Apotheken scheint noch eine weit entfernte Zukunft. Auf die Frage, ob es irgendwelche Ansätze gäbe, die Gesetzeslage bezüglich illegaler Drogen wie MDMA, Amphetaminen und Kokain zu überdenken, antwortete ein*e Sprecher*in des britischen Innenministeriums: "Auf keinen Fall."

Laut "The Guardian" fügte der*die Sprecher*in noch hinzu, dass die britische Regierung auch weiterhin gegen die Legalisierung von Cannabis sei, "weil es schlecht für die körperliche und die mentale Gesundheit ist".

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Das Vorwort von "How to regulate stimulants" zeigt jedoch, dass einige internationalen Politiker*innen davon überzeugt sind, dass es eine neue gesetzliche Einstellung zu Drogen geben muss. Darin schreibt Neuseelands ehemalige Premierministerin Helen Clark zum Beispiel: "Die Debatte über Drogen kann oft hitzig werden und polarisierend sein; jedoch gibt es einen Punkt, dem mehr und mehr zustimmen: Der "Krieg gegen Drogen" ist fehlgeschlagen." Um Fortschritt zu erlangen, argumentiert Clark, braucht es "eine offene Erforschung der Alternativen".

  • Quelle:
  • Noizz.de