Dass Kids Videogames genauso sehr lieben wie wir, ist nichts Neues. Ein 12-jähriger Junge aus Ägypten hat es aber echt übertrieben: Stundenlang und ohne Pause spielte er das Shooter-Game "PlayerUnknown's Battlegrounds" – und fällt tot um.

Videospiele sind verlockend: Sie ermöglichen es, in eine fremde Welt einzutauchen und der Realität zu entkommen. Schnell kann daraus aber eine Sucht werden. Laut DAK-Studie spielen 72,5 Prozent der Jugendlichen in Deutschland regelmäßig Computerspiele wie Fortnite, FIFA oder Minecraft. Nach einer Analyse des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) zeigen davon rund 15,4 Prozent von ihnen ein riskantes oder pathologisches Spielverhalten – am stärksten betroffen sind Jungs.

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Ein Fall aus Ägypten zeigt nun die drastische Konsequenz einer Videospielsucht: Der 12-Jährige saß unbemerkt von seinen Eltern mehrere Stunden an seinem Smartphone und zockte das Multiplayergame "PlayerUnknown's Battlegrounds" (PUBG) – ohne Pause. Seine Eltern fanden ihn dann leblos neben seinem Handy, auf dem das Game immer noch lief. Der Junge wurde sofort ins Krankenhaus in seiner Heimatstadt Port Said gebracht, doch es war zu spät: Er starb wohl an einem plötzlichen Herzinfarkt, wie der "Egypt Independent" berichtet.

In Jordanien, Irak und einigen indischen Bundesstaaten ist das Game PUBG bereits verboten

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Das Durchzocken hat das Kind körperlich so krass erschöpft, dass der Körper in einer aufregenden Spielsituation wohl mit einem Herzinfarkt reagiert habe. Wie lange der Junge genau vor dem Handy zockte, weiß niemand. In der Notaufnahme bestätigten die Ärzte, dass er noch vor Erreichen der Klinik bereits verstorben war. Nach dem tragischen Tod des Jungen warnte ein Sprecher des Krankenhauses vor den Schäden, die Shooterspiele wie PUBG Kindern zufügen können.

Auf den ersten Blick erscheinen solche Games zwar ungefährlich, aber durch verschiedene Game-Anreize und Spielstrategien werde ein Weiterspielen gefördert, das Suchtpotenzial sei groß. Zudem könnten junge Kinder die gewaltvollen Inhalte nicht richtig einordnen. PUBG ist wie Fortnite ein Game aus dem Battle-Royale-Genre und wurde 2017 von den Entwicklern des Bluehole-Studios veröffentlicht.

In der Gamerszene wird es für seine gute Ausstattung und Spielführung gehypet. Genau das brachte aber auch – vor allem in konservativen arabischen Ländern – den Spieleentwicklern jede Menge Kritik ein. Im Irak, in Indien, Jordanien und auch im Nepal ist oder war das Spiel schon verboten, weil es einen negativen Einfluss auf junge Menschen habe. Zumindest in Nepal wurde das Verbot im April 2019 wieder aufgehoben. Alleine in Indien kam es seit dem Verbot zu mindestens zehn Verhaftungen.

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sw

  • Quelle:
  • Noizz.de