Heroin und Crystal Meth, zwei Drogen, die in unserer Gesellschaft nichts mit Turn-up oder chilligem Rausch zu tun haben, sondern als Gift und Junkie-Material an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind. Beide Stoffe gelten als extrem suchtgefährdend und lebensgefährlich. Aber was von beidem ist eigentlich schlimmer?

Der Grad zwischen cooler Partydroge und verschrienem Junkie-Elixier ist schmal und hat oft weniger mit den eigentlichen Substanzen als mit Trends und Hype zu tun. Während Jazz und Heroin in der Mitte des 20. Jahrhunderts grundsätzlich in einem Satz genannt werden mussten, ist das Opiat heute stigmatisiert bis zum Gehtnichtmehr.

Natürlich mit gutem Grund: Heroin ist als einer der suchtgefährdendsten und tödlichsten Stoffe bekannt.

Crystal Meth hingegen, das wir durch Netlix' Sensation "Breaking Bad" zuletzt erfolgreich als Gift für Versager und die Unterschicht kennen gelernt haben, macht sich im deutschen Brandenburg der Gegenwart mehr und mehr zur akzeptierten Partydroge, wie eine Studie des "rbb" zeigt.

Wir sehen: Die Gefahr von Drogen und ihr gesellschaftlicher Stellenwert müssen nicht viel miteinander zu tun haben. Trotzdem gibt es im kollektiven Gedächtnis unserer Zeit kaum schlimmere Bad Boys als Meth und Hero. Aber wie schlimm sind die beiden Drogen – und welche ist schlimmer?

Heroin und Crystal Meth, zwei Schwergeschütze des Drogenkonsums

Crystal Meth ist ein Aufputschmittel, quasi die Hardcore-Version von Speed. Die Kurzform: macht wach, aktiv, Lust auf Sex und nimmt dir deinen Appetit. Außerdem sorgt es superschnell für psychische Abhängigkeit.

Während hier das Risiko eines tödlichen Schusses nicht wirklich gegeben ist, führt der langfristige Konsum zu massiven körperlichen und psychischen Schäden, von "drugcom.de" zusammengefasst. Die Folgen sind ein körperlicher Zerfall auf jeder erdenklichen Ebene sowie psychische und emotionale Störungen bis zum Verlust deiner Persönlichkeit. Wenn man so liest, muss man nicht lange überlegen, woher der erste Mensch die Idee des Zombies hatte. Heroin funktioniert ein bisschen anders.

Nach besagter Studie vom "rbb" war Heroin im Jahr 2017 die Droge in Deutschland, die die meisten Todesfälle verursacht hat. Wie stirbt man an Heroin? Bei einer Überdosis kommt es zum Atemstillstand, wie man ebenfalls auf "drugcom.de" lesen kann. Die Tücke bei Heroin ist, dass die "angenehme" Dosis sehr nah an der tödlichen Überdosis ist und der Reinheitsgrad des Stoffs für Konsument*innen im Vorfeld kaum zu überprüfen ist. Spritzt du versehentlich zu viel, stirbst du, sofern du nicht umgehend beatmet und mit Gegenmitteln behandelt wirst.

Das Risiko eines Goldenen Schuss' ist aber nicht alles.

Heroin gilt neben Kokain und Meth als Droge mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial, und zwar auf psychischer plus körperlicher Ebene, wie die "ZEIT" berichtete. Das sorgt für eine quasi sofortige Suchtspirale, die wegen der ebenfalls rasant aufbauenden Toleranz deines Körpers zu immer höheren Dosierungen führt. Du nimmst es einmal, du willst es sofort wieder, aber diesmal ein bisschen mehr.

Unabhängig vom Goldenen Schuss kann die rasche Steigerung des Konsums zu einem Tod durch Vergiftung führen. Oft sterben Menschen im Heroin-Schlaf auch an ihrem eigenen Erbrochenen.

Heroin oder Meth – Pest oder Cholera?

Und, was ist schlimmer – Pest oder Cholera? Anscheinend Heroin. Als Droge mit dem höchsten bekannten Suchtpotenzial bist du sofort gefangen und dem Risiko einer tödlichen Überdosis ausgesetzt. Das Potenzial ist bei Meth in der Form nicht gegeben, du stirbst eher Stück für Stück. Hinzu kommt die körperliche Abhängigkeit von Heroin, die einen Entzug noch schwieriger gestaltet.

Macht das irgendwas besser? Vermutlich nicht. Bei der Frage, ob man lieber einen schnellen Tod oder ein Weiterleben als Zombie wählen würde, kommt man wohl eher an moralische und lebensphilosopische Fragen als an objektive Sachverhalte.

  • Quelle:
  • Noizz.de