Stellt euch vor, ihr dürft in einer Gras-Plantage wohnen, die sich über drei Stockwerke eines verlassenen Hauses streckt – und euer Job ist es, die Pflänzchen zu hegen und pflegen. Klingt ganz nice? Leider nur, bis euch die Polizei erwischt.

Es ging um eine Haschplantage in einem alten Bahnhof: Das Bonner Landgericht hat einen 52-Jährigen wegen Drogenbesitzes in nicht geringen Mengen sowie Beihilfe zum Handel zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte, der immense Spielschulden hatte, war von einer international agierenden kroatisch-serbischen Rauschgiftbande angeheuert worden, in einem stillgelegten Bahnhof bei Hennef in Nordrhein-Westfalen eine hochprofessionell angelegte Cannabisplantage zu versorgen.

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Cannabis

Der "Gärtner" wohnte in der Weed-Plantage

Die ungewöhnlich große Plantage erstreckte sich über drei Etagen – vom Keller bis zum Dachgeschoss – und war mit Wärmelampen und Lüftungsanlage ausgerüstet. Für den "Gärtnerjob" waren dem mittellosen Angeklagten nach den Feststellungen des Gerichts bei freier Kost und Logis 500 Euro im Monat angeboten worden. Seine Auftraggeber hat der Angeklagte im Prozess nicht genannt, angeblich kannte er sie nicht. "Auch wenn der Angeklagte kein Bandenmitglied war, so hat er doch sehenden Auges organisierte Kriminalität unterstützt", hieß es im Urteil.

Drei Monate nur hatte der Angeklagte seinen Job gemacht, da flog die Plantage durch einen Tipp aus Osteuropa auf. Der Bahnhof war lange observiert worden. Im November 2019 durchsuchte der Zoll schließlich mit über 60 Einsatzkräften das Gebäude und nahm den Angeklagten als einzigen Bewohner fest. Beschlagnahmt wurden 1182 erntereife Cannabispflanzen, die – laut Urteil – 65 Kilo Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von 650.000 Euro ergeben hätten.

[Zusammen mit: dpa]

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Quelle: Noizz.de