Bei einer Überprüfung der Polizei der zentralmexikanischen Stadt San Juan de los Lagos waren schwere Missstände ans Licht gekommen, wie die Regierung des Bundesstaates Jalisco am Mittwoch mitteilte.

Dazu gehörte demnach, dass unter anderem der Polizeichef der Stadt die Einstellungsprüfungen nicht bestanden hatte. Anlass der Kontrolle in der Stadt mit rund 70.000 Einwohnern war der Verdacht auf Verbindungen zwischen den Polizisten und dem in der Region stark vertretenen organisierten Verbrechen.

San Juan de los Lagos, Mexiko

Es sei nicht einmal klar, wie viele Beamte dem Kommissariat von San Juan de los Lagos angehörten, hieß es. Von offiziell 160 Polizisten seien nur 101 zur Kontrolle erschienen. Alle besaßen den Angaben zufolge Dienstwaffen, nur 70 von ihnen hätten jedoch Waffenscheine. Es wurden zudem Überwachungskameras in der Stadt entdeckt, die weder der Polizei noch einer anderen Behörde gehörten. In anderen Teilen Mexikos waren in der Vergangenheit Videokameras aufgetaucht, die vermutlich Drogenkartelle angebracht hatten, um die Bewegungen der Sicherheitskräfte zu überwachen.

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Mexiko erlebt seit Jahren sehr hohe Gewaltraten

Die gehen zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Diese haben oft Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften. Eines der derzeit mächtigsten Verbrechersyndikate ist das Kartell Jalisco Nueva Generación, das aus Jalisco stammt. Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet.

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  • Noizz.de