Die Schmuggler haben sich so einiges einfallen lassen.

Tonnenweise Kokain schmuggeln südamerikanische Drogenhändler nach Europa. Besonders nützlich sind dabei Sporttaschen. 20 bis 25 Kilopakete des Rauschgiftes passen in so eine Tasche, die schnell und unauffällig umzuladen ist. Die Kriminellen legen die Behältnisse in Südamerika in Container, die beladen mit ganz legalen Gütern nach Europa verschifft werden. Im Zielhafen – in Deutschland ist das meist Hamburg – holen Komplizen die Taschen aus dem Container und transportieren sie auf andere Weise weiter zu ihren Abnehmern. Der Zoll spricht vom Rip-off-Verfahren.

Mehr als zehn Tonnen der Droge haben die Ermittler in diesem Jahr in Deutschland abgefangen. Das ist eine Rekordmenge. Der Schwarzmarktwert des Rauschgifts dürfte weit über zwei Milliarden Euro liegen. Mehr als die Hälfte der Rekordmenge entdeckten die Beamten im Juli in Hamburg. In einem Schiffscontainer fanden sie 4,5 Tonnen Kokain mit einem Straßenverkaufswert von rund einer Milliarde Euro. Die mehr als 4200 Pakete mit gepresstem Kokain waren in 211 schwarze Sporttaschen verpackt. Offiziell sollte der aus Uruguay kommende Container nur mit Sojabohnen beladen sein.

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Eine klassische Schmuggelmethode scheint neben den Sporttaschen auch der Bananenkarton zu sein. Die Herausforderung für die Zollfahnder liegt wohl darin, unter den zahlreichen Containern mit Bananen, die täglich in Hamburg umgeschlagen werden, die falschen Früchte herauszufiltern. Im vergangenen April wurden die Hamburger Zöllner auf eine verdächtige Lieferung aufmerksam. Bei der Kontrolle von drei Containern aus Südamerika fanden sie unter Bananen versteckt 700 Kilo Kokain.

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[Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de