Apotheken planen Cannabis-Verkauf in Zürich

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Symbolbild: Apotheken in Zürich könnten bald Marihuana verkaufen Foto: Rick Proctor / Unsplash

So wollen sie dem Drogen-Schwarzmarkt den Kampf ansagen.

„Marihuana in der Apotheke kaufen? Wie geil ist das denn!“, werden jetzt sicher viele von euch gedacht haben.

Tatsächlich ist es so, dass der Apothekenverband der Stadt Zürich plant, Marihuana zu verkaufen. Viele Experten scheinen, das zu befürworten. Schließlich kann so der Verkauf von Drogen wie Marihuana viel besser kontrolliert werden. Doch wer glaubt, sich jetzt easy Marihuana in der Schweiz zu besorgen, wird enttäuscht. Andere Länder, andere Drogensitten.

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Schadensbegrenzung statt Konsumförderung

Valeria Dora, Präsidentin des Apothekennetzes Zürich, sagt in der „Neuen Zürcher Zeitung“, dass Cannabis mittlerweile in der Gesellschaft angekommen sei. Deswegen müsse man sich Gedanken machen, wie weiterhin mit dem Thema umgegangen werden soll. Denn anstatt über Dealer an harte Drogen zu gelangen, sollen die Menschen lieber das viel gesündere, natürliche Marihuana kaufen – bei Apotheken, die Kontrolle über den Verkauf haben.

Pharmazeutische Qualität anstatt Chemiegift, bei dem auch nicht der Dealer weiß, was wirklich drinsteckt. So sollen wohl auch die Wirkstoffe auf den jeweiligen Beipackzetteln deklariert werden.

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Das Marihuana in der Apotheke soll dabei wohl genauso viel kosten wie sonst auf dem Markt üblich: 1 Gramm für 12 Franken. Wäre es in der Apotheke günstiger als sonst, würde der Konsum befördert werden. Das soll nicht das Ziel sein. „Uns geht es um Schadensbegrenzung“, erklärt Valeria Dora weiter.

Insgesamt 110 Apotheken der Stadt sollen dann neben Aspirin und Hustensaft auch das aus der Hanfpflanze gewonnene Rauschmittel verkaufen. Welche Drogen in der Schweiz legalisiert werden, soll in Zürich ab 2020 getestet werden. Dabei sind Pilotversuche mit wissenschaftlicher Begleitung geplant.

Wie sieht das Legalisierungsgesetz in anderen Ländern und in Deutschland aus?

In Uruguay wird seit 2013 straffrei gekifft. Kanada legalisierte Cannabis 2018 und auch Mexiko und Luxemburg planen die Entkriminalisierung der Pflanze.

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In Deutschland ist der Konsum von Gras zwar straffrei, und auch der Anbau von Nutzhanf ist laut dem „Deutschen Hanfverband“ unter gewissen Umständen erlaubt. Der Handel, das Kaufen und auch der Besitz von Hanf hingegen nicht – egal wie viel THC-Gehalt das Produkt enthält.

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Quelle: Noizz.de

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