Cannabis-Studien sind längst keine Seltenheit mehr. Doch meist geht es darin um die Behandlung von Erwachsenen und Krankheitsbilder wie Depression oder chronische Krankheiten. Jetzt ist erstmals auch ein Baby Teil einer neuartigen Studie geworden, bei der Marihuana mit geringem THC-Gehalt verwendet wird.

Ein britisches Baby ist jetzt Teil einer Cannabis-Studie geworden, obwohl es gerade einmal zwei Monate alt ist. Oscar wurde im englischen Norfolk geboren und leidet an hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie. Die Erkrankung, die durch eine eingeschränkte Blut- und Sauerstoffzufuhr der Placenta im Mutterleib entsteht, kann zu Gehirnschäden führen. Die einzige Therapieform für Babys mit diesem Leiden ist bisher Kältetherapie. Dabei wird der Körper auf eine Temperatur von 33,5 Grad herunter gekühlt.

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Wissenschafter wollen nun erforschen, ob sich auch die Verabreichung von Cannabis positiv auf Neugeborene mit dieser Kondition auswirkt und Gehirnschäden vorbeugen kann. Oscar wurde daher, mit Einverständnis seiner 17-jährigen Mutter, Teil einer Studie, bei der Cannabis mit geringem THC-Gehalt beziehungsweise ein Placebo verabreicht wird, wie "Merry Jane" schreibt.

Cannabis

Kann Cannabis Gehirnschäden bei kranken Babys vorbeugen?

Die Forscher nutzen zur Behandlung eine Mischung aus Cannabisölen mit niedrigem THC-Gehalt, die in einer Dosis von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht wird. In den 120 Stunden direkt nach der Behandlung wird das Baby dann genau von den Ärzten beobachtet. Es wird nur einmal eine Dosis Cannabis verabreicht und die Patient*innen weiterhin mit Kältetherapie behandelt.

Der betreuende Mediziner Paul Clarke fasst die Tragweite des Falls wie folgt zusammen: "Das ist das erste Mal, dass ein aus Cannabis gewonnenes Arzneimittel bei menschlichen Babys intravenös getestet wurde. Es ist zu hoffen, dass es gut dazu beiträgt, Krampfanfälle zu verhindern und das Gehirn von Neugeborenen mit HIE zu schützen."

Ob Oscar ein Placebo oder tatsächlich Cannabis erhalten hat, ist nicht bekannt. Jedoch geht es ihm laut Aussagen der Mutter "fantastisch".

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Quelle: Noizz.de