Hübsch anzusehen und höllisch stark: Weed-Diamanten liefern reinstes THC und wirken ganz ohne störende sonstige Stoffe. Markiert der Stoff einen neuen Trend?

Nein, hier gehts nicht um die Diamanten, die wir uns als Schmuck anlegen können – teuer ist der Stoff dennoch. Schätzungen zufolge sollen Weed-Diamanten für rund 170 Euro pro Gramm zu haben sein. Das scheint sich jedoch zu lohnen: Der neuartige THCA-Diamant wird aus extrahiertem Cannabisöl raffiniert. Die Kristalle entfalten ihre Wirkung erst, wenn sie richtig erhitzt werden – dann aber gehts ordentlich ab.

>> Uruguays Teenies kiffen weniger – trotz Legalisierung

Was sind Weed-Diamanten?

So, jetzt wird's chemisch, hoffentlich habt ihr alle in der Schule aufgepasst! Die Sache hinter dem Weed-Diamant ist nämlich durchaus komplex. Im Wesentlichen sind die Diamanten Kristalle, die durch die Extraktion des lebenden Harzes aus einer Cannabispflanze mittels einer Kaltextraktionsmethode erzeugt werden. Entscheidend ist, dass anschließend Druck auf dieses Öl mittels einer Chromatographiemaschine ausgeübt wird, bis das Ganze seine charakteristische kristalline Form annimmt.

Die Sache mit der Temperatur der Extraktion ist absolut entscheidend, denn im Gegensatz zu THC ist THCA ein sogenanntes inaktives Cannabinoid. THCA, das für "THC-Säure" steht, ist im Grunde dasselbe THC, das wir kennen, mit ein paar zusätzlichen Atomen. Diese zusätzlichen Säureatome bedeuten, dass THCA nicht die psychoaktiven Eigenschaften aufweist, die Verbraucher bei der Einnahme von THC erwarten – es sei denn, es wird durch Wärme aktiviert. Dieser Prozess ist als Decarboxylierung bekannt.

>> US-Staaten beschließen: Weed ist "essenziell" in Zeiten des Coronavirus'

Hat der Diamant den Namen eigentlich verdient?

Tatsächlich sieht der entstandene Diamant sehr typisch aus. Selten größer als ein paar Millimeter im Durchmesser, bestehen diese Diamanten zu 99 Prozent aus THCA, während die restlichen 1 Prozent aus anderen Terpenen und Cannabinoiden bestehen. Die Diamanten stellen somit die reinste Form des heute verfügbaren Cannabinoids der Pflanze dar.

Kein Diamant, sondern Weed wie wir es kennen. Könnte aber bei richtiger Behandlung ein Kristall sein.

Der Schlüssel zur Freisetzung des THC aus THCA besteht darin, diese Kristalle zu rauchen oder zu verdampfen. Die THCA-Wirkung von handelsüblichem Gras liegt oft bei etwa 25 Prozent, während Konzentrate regelmäßig zwischen 70 und 90 Prozent getestet werden. Kristalle wirken also etwa viermal so stark, wie wenn man sich einen Joint genehmigt.

Man sollte beim Konsum der THCA-Kristalle also vorsichtig sein. Sogar geübte User nehmen THCA eher als Zusatz: Beim Konsum von Diamanten wird oft ein anderes, weniger wirksames Konzentrat genutzt. Generell ist die Wirkung des kristallinen Weeds so rein und klar, dass es hauptsächlich für die Benutzung im medizinischen Bereich hergestellt wird.

Die Sache mit den Weed-Diamanten ist keine DIY-Geschichte: Sich selbst an den hübschen Kristallen zu versuchen ist nicht nur kompliziert, sondern erfordert auch Erfahrung. Vor allem braucht es ein paar Gerätschaften, die man eher nicht so in der Küche rumstehen hat. Klingt ja auch schon so: Kaltextraktion, Rotationsverdampfer, Chromatographiegerät – alles Begriffe aus dem Weed-Diamantenbau. Sollten wir also lieber den Expert*innen überlassen, die Sache.

Quelle: Noizz.de