Anstatt die vorm Aussterben bedrohten Berliner Clubs zu unterstützen, will der Berliner Bürgermeister Michael Müller die Szene härter kontrollieren. Schuld daran ist, natürlich, Corona.

Berliner Clubs leiden weiter: Während der Reihe nach Szenengrößen wie die Griessmühle wegen gekündigten Mietvertrag schließen mussten, die Wilde Renate wegen eines Autobahnbaus kurz vorm Aus steht und das Mensch Maier sich nur dank Crowdfunding steigenden Mietpreisen stellen kann, gibt Corona der schon kriselnden Clubszene in Berlin den Rest. Doch anstatt Unterstützung zu versprechen, will Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) die Szene noch stärker kontrollieren.

Michael Müller will auf steigende Corona-Fallzahlen reagieren

"Es gibt natürlich auch illegale Partys und dann muss man mit Polizeieinsatz da natürlich auch gegen vorgehen", sagte er in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" am Donnerstagabend. "Wir machen das auch schon, aber das muss mit Sicherheit auch verschärft werden." In der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen schössen die Infektionszahlen derzeit nach oben, sagte Müller.

Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller

Auch in Berlin waren die Fallzahlen zuletzt wieder deutlich gestiegen. Müller forderte daher ein vorausschauendes Vorgehen mit Blick auf die kommenden Monate, in denen sich die Situation noch verschärfen könnte. "Alle sagen uns, ihr müsst damit rechnen, dass es im Oktober, November, Dezember noch ganz anders kommen kann", sagte er. Es gehe darum, "sehr zielgerichtet vielleicht auch schon einen Vorratsbeschluss im Senat zu treffen, um dann sehr schnell reagieren zu können."

Im Herbst werden Feiern vermehrt drinnen stattfinden – höhere Corona-Gefahr?

Symbolbild: Ausgangsbeschränkungen sind nicht für jeden die Regel

Der für Neukölln zuständige Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) geht ebenfalls davon aus, dass sich insbesondere das Problem mit Partys im Herbst nicht erledigen werde. "Weil sich die Menschen von draußen, wo eine geringere Ansteckungsgefahr besteht, in die Innenräume verlagern, dort die Abstände nicht einhalten, singen, tanzen, Alkohol trinken", sagte er dem RBB. "Das wird steigende Zahlen zur Folge haben. Aber wir planen vorausschauend für die kommenden Monate, wir haben das im Blick."

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[Text zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de