Eine Studie sieht in Präsident Trump einen Auslöser für die feindselige Stimmung.

In Ohio wurde ein 16-Jähriger angeschossen und als „Terrorist“ beschimpft. In Oklahoma wurde ein Schweine-Kadaver vor ein islamisches Zentrum geworfen. Und in Chicago wurde eine Frau zusammen mit ihrer Tochter mit „ISIS“-Rufen beleidigt.

Das sind nur drei von vielen tausenden verbalen und körperlichen Übergriffen auf Muslime in den USA. Dabei gibt es eine erschreckende Tendenz.

Der Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) hat im vergangenen Jahr eine deutliche Zunahme an anti-muslimischen und anti-semitischen Übergriffen verzeichnet. Wie CAIR berichtet, kam es im zurückliegenden Jahr zu insgesamt 2.213 registrierten Verbal-Attacken, Drohungen und Übergriffe gegen Muslimen in den USA. Das ist ein Anstieg um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

FBI wird häufig gemeldet

Besonders kurios: 24 Prozent der gemeldeten Vorfälle gegen Muslime gehen auf das Konto von Bundesbehörden wie dem FBI. Laut Bericht sollen die Behörden für zahlreiche unangebrachte Verhöre und Durchsuchungen gegen Muslime verantwortlich sein. Insgesamt wurden 540 Fälle gemeldet – in 2015 waren es noch 315.

Trump verwantwortlich

Die Organisation macht dafür unter anderen die Rhetorik und den neuen Politikstil des US-Präsidenten Donald Trump verantwortlich. Auch seien anti-muslimische Hassverbrechen 2016 deutlich um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen, so der CAIR-Bericht. 2015 wurden 180 Taten registriert, 2016 waren es 260.

Auch anti-semitische Verbaldelikte und Übergriffe haben dem Bericht zufolge 2016 zugenommen. Um 34 Prozent sind die gemeldeten Attacken gegenüber amerikanischen Juden angewachsen. „Die Präsidentschaftswahl 2016 und die verschärfte politische Atmosphäre“ spielten eine Rolle bei der Zunahme, so der CAIR-Bericht.

Zu spät reagiert?

US-Präsident Trump hatte im Februar antisemitische Vorfälle nach Anschlägen auf jüdische Gemeindezentren und Vandalismus auf einem jüdischen Friedhof verurteilt. Kritiker warfen ihm vor, er habe zu spät reagiert.

Quelle: dpa