Ein trauriger Rekord aus Sachen. Die Zahl antisemitischer Straftaten hat in dem Bundesland im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. 90 Prozent könnten als rechte Taten eingestuft werden.

2019 wurden 156 solcher Delikte bekannt, wie aus Antworten der Landesregierung auf parlamentarische Anfragen der Linksfraktion im Landtag hervorgeht. 2018 seien 138 Fälle gemeldet worden, 2017 seien es 118 gewesen, teilte die Abgeordnete Kerstin Köditz am Mittwoch in Dresden mit. Sie fragt die Zahlen monatlich bei der Landesregierung ab.

>> Der Cast und die Macher von "Unorthodox" nehmen uns im Interview mit hinter die Kulissen

Immer mehr Volksverhetzung und Hass im Netz

Auch in Deutschland werden Flaggen von Rechtsradikalen geschwungen: Diese Schwarz-Weiß-Roten Fahnen in Dortmund 2018 stellten von 1933 bis 1945 die Farben der Flagge des Deutschen Reiches dar.

Bei den Delikten handelte es sich demnach vorrangig um Volksverhetzung (72) und um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (42). Hinzu kämen Beleidigungen und Bedrohungen (8) sowie zwei Körperverletzungen, so die Abgeordnete. 144 und damit mehr als 90 Prozent aller erfassten Vorfälle wurden als rechtsmotivierte Straftaten eingestuft. Der Rest entfällt auf den Bereich "ausländische Ideologie" (4), war religiös (3) oder links motiviert (2). Drei Fälle konnten keinem Bereich zugeordnet werden.

Die steigende Zahl registrierter Straftaten in den vergangenen Jahren könnten Köditz zufolge teilweise mit einer gewachsenen Sensibilität für judenfeindliche Taten erklärt werden. "Allerdings ist auch zu erkennen, dass inzwischen das Internet von großer Bedeutung ist", sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion. In mehr als einem Drittel der Fälle (53) habe es sich um Hass-Postings und um Leugnen des Holocausts in sozialen Netzwerken sowie um per E-Mail versandte Drohschreiben gehandelt.

>> Der Papst hat die dümmste Corona-Empfehlung getwittert – und sie könnte tödlich enden

[Text zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de