Der "CDU-Zerstörer" spricht aus, was viele junge Deutsche denken.

Deutschland hat sich immer noch nicht ganz von der Rezo-Schelle erholt – sein YouTube-Video "Die Zerstörung der CDU" hat mittlerweile über 15 Millionen Views.

Jetzt, am Donnerstagabend, tauchte er als Gast in Jan Böhmermanns ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" auf (ab Minute 33) – für ihn das erste Mal im "richtigen" Fernsehen.

In den rund 15 Minuten kommt er sympathisch rüber, ist, natürlich, ein wenig nervös, verhaspelt sich hier und da, plaudert noch einmal aus dem Nähkästchen: Warum er das Video gemacht hat, ob er sich jetzt mit der CDU zusammensetzt, wie's bei ihm weitergeht.

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Böhmermann fragt ihn, warum er das Video gemacht hat. Rezo: "Ich hatte einfach Bock drauf (...). Ist ein bisschen größer geworden ..." Er habe nicht damit gerechnet, dass es solche Wellen schlägt. "Niemals kriegt das Klicks". Er rechnete mit 200.000 bis 300.000 Views – mit weniger als seine normalen Videos.

Spannend fand er danach das Hin und Her der CDU – zwischen "den Typen schlechtreden" und aber auch irgendwie zeigen, dass man ja auch reden wolle. Beispiel: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Nach Berlin fahren, um Politiker zu treffen, würde er im Übrigen nicht. Man könne ihn aber gern in Aachen besuchen oder mit ihm telefonieren.

Böhmermann: "Bist du (...) bezahlt von irgendwelchen Unternehmen?" Rezo: "Nein." – "Haben die Grünen dir gesagt, dass du das Video machen musst?" – "Nein."

Ob er es als Gefahr ansehe, dass YouTuber plötzlich so eine Macht haben. Rezo: "Die Gefahr ist ja immer da. Die ist ja nicht nur bei den Leuten da, die eine Meinungsmacht auf der Plattform haben. Sondern: Grundsätzlich alle Leute, die eine Meinungsmacht haben, können die schlecht nutzen. Und das passiert auch bei Zeitungen."

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Dann stellt Böhmermann ihm eine Frage, bei dessen Antwort Verantwortliche aller Parteien die Ohren spitzen sollten: Was müssen Parteien tun, um so was wie den Rezo-Effekt in Zukunft zu vermeiden? "Erst mal weniger Scheiße bauen." Zweitens: "Ein bisschen menschlicher und klarer werden in der Sprache." Regierungssprecher Steffen Seibert zum Beispiel würde in der Bundespressekonferenz manchmal an Fragen vorbeiantworten.

Politisch aktiver zu werden, als "nur" Videos zu machen, könne Rezo sich aber nicht. "Das ist mir echt zu stressig", sagt er. "Ich glaub, das ist nicht mein Ding." Er wisse gar nicht, was jetzt kommt. Nur, dass er im nächsten Video Instagram-Nachrichten vorlesen würde.

Böhmermann resümiert: "Der neue Sheriff heißt Zivilgesellschaft."

ml

Quelle: Noizz.de