Ab heute antwortet die EU mit Strafzöllen auf amerikanische Produkte – was heißt das genau?

Die Diskussion ist nicht neu: Schon seit Amtsbeginn Trumps drohte dieser unermüdlich Strafzölle in alle Richtungen an. Europa, China, Russland – allen wollte er auf importierte Rohstoffe und Waren Extrakosten aufdrücken. Trump ist zwar kein Mann seiner Worte (weshalb PolitikerInnen und JournalistInnen es mittlerweile scheinbar aufgegeben haben, im Treiben des amerikanischen Präsidenten eine tatsächlich Strategie zu erkennen), aber offenbar ein Mann seiner Drohungen: Um seinen nationalen Egotrip, namentlich "America First", durchzuziehen, setzte Trump im ersten Jahresviertel tatsächlich Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa an.

Was genau das bedeutet? Firmen aus Europa wird so das Handeln in Amerika erschwert: Europäische Rohstoffe werden durch die anfallenden Strafzölle teurer, somit ist die billigere Konkurrenz im eigenen Land für Firmen attraktiver. Im Grunde versucht Trump mit den Strafzöllen ein Ungleichgewicht im amerikanischen Markt zu erzielen, das zugunsten der amerikanischen Wirtschaft ausgehen soll. So möchte er den eigenen Markt stärken.

Dieses Spiel hat sich Europa, China und auch Russland seit März angeschaut und nun auch die Nase voll. Ganz nach der Devise "Wie du mir so ich dir" wird nun mit ähnlichen Mitteln geantwortet: Die EU hat Vergeltungszölle auf Erdnussbutter, Jeans und Motorräder verhängt. "Das ist die angemessene und verhältnismäßige Antwort auf die einseitige und rechtswidrige Entscheidung der USA", findet EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström das europäische Vorgehen. So richtig sicher sind wir uns nicht, ob aus dieser europäischen Antwort nicht einfach eine zweiseitige und rechtswidrige Angelegenheit gezaubert wurde. Das Handeln der EU wirkt jedenfalls zuweilen hilflos und ein bisschen so, als würde man Trump die Zunge rausstrecken und laut "BÄÄÄÄTSCH!" schreien wollen. Trump hat beim Zoll-Gezicke aktuell laut Twitter die Nase wieder vorn: Er kündigte an, Strafzölle für Autos mit 20 % einzuführen. Schade nur, dass wir uns alle nicht mehr auf dem Spielplatz befinden und dabei zusehen müssen, wie sich bockige Kinder gegenseitig das Spielzeug wegnehmen.

Besser macht das gegenseitige Zoll-Aufrüsten natürlich nichts. Schon der Jargon aus "Strafe" und "Vergeltung" weist darauf hin, dass wir uns mit großen Schritten auf einen brisanten Handelskrieg zubewegen. Die EU räumte zwar direkt ein, dass die Zölle auf Erdnussbutter und Co. nur dazu da sind, um Ausgleich zu schaffen und auch wieder aufgehoben werden würden, wenn Trump seine Zoll-Regelung zurücknimmt. Aber wie wir den Mann mit der Liebe zu zerrüttenen Familien an mexikanischen Grenzen kennen, würde er lieber seine Ehefrau verkaufen, als einen Fehler einzuräumen.

Beobachtet man die Sache, bekommt man nicht umsonst ein mulmiges Gefühl im Bauch: Egal welcher Art ein Krieg ist, er bedeutet unter keinen Umständen etwas Gutes – egal für wen. Auch wenn Prof. Trump auf seinem Twitter-Account eine andere, beinahe schon kindlich vereinfachte Rechnung herausplärrt. Wem diese ganzen Zoll-Streitereien am Ende schaden, weiß keiner. Als Tipp gilt aber ab jetzt: Preislich lohnt sich nun wohl eher ein Korn als ein Whsikey.

Da hilft auch Mila Kunis nicht mehr:

Quelle: Noizz.de