Wie tickt die Waffenlobby der USA? Diese Dokus und Podcasts zeigen es dir

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Die NRA will in den USA die Ausbildung an der Waffe fördern Foto: unsplash.de

Alle reden über die NRA. Aber wer sind eigentlich die Menschen, die der Waffenlobby angehören?

Die National Rifle Association (NRA) ist zurzeit wieder in aller Munde. Am Wochenende hielt die größte Waffenlobbyorganisation in den USA ihre Jahresversammlung in Dallas ab. Die NRA zählt nach eigenen Angaben rund fünf Millionen Mitglieder und will die Ausbildung an der Waffe und das Sportschießen fördern. Nach den grausamen Massakern von Las Vegas und Parkland war die NRA zunehmend in die Kritik geraten, hunderttausende Menschen hatten sich bei Protestmärschen für eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA eingesetzt.

Proteste gegen die Waffenlobby NRA Foto: unsplash.de

Am Wochenende schien dies vergessen: Auf der Jahresversammlung war auch US-Präsident Trump zu Gast und sicherte der NRA seine Unterstützung zu: "Eure Rechte aus dem zweiten Verfassungszusatz stehen unter Beschuss, aber sie werden niemals unter Beschuss stehen, solange ich Euer Präsident bin", erklärte Trump auf der Jahresversammlung. Der zweite Verfassungszusatz verankert das Recht auf Selbstverteidigung und damit auf Waffenbesitz.

Die NRA wird gern als eine Gilde von "Waffenfreaks" beschrieben, ihre Führungspersonen wie Danna Loesch zeigen sich in Werbespots als Gegner der Medien und inszenieren sich als Vertreter der stummen Mehrheit. Aber wie tickt die NRA wirklich? Was treibt -nach Angaben der NRA- fünf Millionen Menschen dazu, sich einer Waffenlobby anzuschließen? Viele Dokus, Artikel und Podcasts haben in den letzten Jahren versucht, dem Phänomenen NRA nahe zu kommen.

New York Times Podcast - The Power of the N.R.A.

Die NRA ist kein großer Fan der New York Times - die liberale Ausrichtung des Blattes, in dem auch oft Anti-Waffen-Aktivisten zu Wort kommen, passt der NRA nicht. In einem Werbespot hält Danna Loesch, Sprecherin der NRA, sogar ein Feuerzeug an eine Ausgabe der NYT, als wolle sie diese verbrennen. So aggressiv gab die NRA sich nicht immer - im Gegenteil. Wie wurde aus dem 1871 gegründeten, eher unpolitischen Verein für Sportschützen eine Lobbyorganisation mit fünf Millionen Mitgliedern? Die New York Times versucht diese Frage in einem halbstündigen Podcast zu beantworten und schaut sich die Geschichte der NRA an. Hier geht es zum Podcast.

Michael Moore - Bowling for Columbine

Der Dokumentarfilm von 2002 ist einerseits ein Klassiker über die Waffenbegeisterung der USA - andererseits zeigt er aber auch, wie schockierend wenig sich in den letzten 15 Jahren geändert hat. Der Regisseur und politische Aktivist Michael Moore drehte den Kinofilm nach dem Schulmassaker an der Columbine High School 1999 und versuchte, in seiner Dokumentation herauszufinden, warum Amerikas Bürger ein anscheinend so starkes Bedürfnis nach Schusswaffen haben - und wie die amerikanische Waffenindustrie das ausnutzt.

Außerdem spricht er mit Charlton Heston, dem langjährigen Präsidenten der NRA. Die Doku setzte damals Maßstäbe und wurde sogar mit dem Oscar ausgezeichnet. Anschauen kann man sie auf DVD (gibt es gebraucht schon für 1 Euro) oder man findet eine Seite, auf der man sie streamen kann. Legal. Was anderes würden wir natürlich nie empfehlen.

VICE-The NRA I Grew Up with Wasn't a Death Cult

Die Vice-Autorin Kim Kelly schreibt in diesem Artikel darüber, wie es war, in einer waffenbegeisterten Familie in den USA aufzuwachsen, alle NRA-Mitglieder. Ihre Cousins bekamen mit 12 ihre ersten Waffen geschenkt.

Wie lebt es sich in einer Familie von Waffennarren? Foto: unsplash.de

Als Erwachsene, und im Licht des Massakers von Portland, beginnt sie nun, die NRA anders zu sehen und berichtet darüber in diesem sehr persönlichen Text.

Und auch Childish Gambino beschäftigt sich in seinem neuen Video mit Waffengewalt. Hier erfährst du mehr.

Quelle: Noizz.de