Line um Line, Baum um Baum.

Fridays-For-Future und Saturdays-For-Coke? Dann tust du leider weder dir noch dem Klima einen Gefallen. Wenn dich bisher die Leichen-Berge der Mafia noch nicht vom Koksen abschrecken konnten, schaffen es vielleicht die treudoofen Augen dieses Baby-Sloths, dein Gewissen zu reanimieren. Dessen Lebensraum in Zentralamerika wird nämlich für dein wochenendliches High zerstört. Und das war noch lange nicht alles.

Wie neue Studien jetzt zeigen, nutzen Drogenschmuggler immer abgelegenere Routen, um Strafverfolgungen zu entgehen. Das führt zu verheerender Abholzungen, die jährlich Schäden in Höhe von 214,6 Millionen Dollar (192,6 Millionen Euro) verursachen. Das ist doppelt so viel, wie das Budget für die Erhaltung der Wälder vorsieht. Dazu kommt, dass die Schmuggler ihr Geld waschen, indem sie in Viehzucht und Landwirtschaft investieren – zwei Bereiche, die bekannt sind für ihre mutwillige Zerstörung des Regenwalds.

>> Brennt der Amazonas-Regenwald eigentlich immer noch?

Wir leben in einer Zeit, in der wir Bäume dringend zu Stabilisierung des Klimas brauchen, denn Abholzung ist für acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Naturschutz kann aber nicht getrennt von Drogenpolitik betrachtet werden – das sagt Bernardo Aguilar-González, einer der Forscher: "Sie müssen aufeinander abgestimmt werden." Dein weißer Gute-Laune-Macher steht also in direktem Zusammenhang mit der Klimakrise. Zieh dir das mal rein.

Aguilar-González hofft, dass die neuen Berichte die Art und Weise, wie die Welt mit der Drogenpolitik umgeht, verändern können: "Investitionen in gemeinschaftliche Landrechte und ein partizipatorischer Governance-Ansatz in Schutzgebieten sind Schlüsselstrategien, um Drogenhandel und Klimawandel gleichzeitig zu bekämpfen."

Abholzung ist für 8 Prozent des weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich Foto: Dhruva Reddy on Unsplash

Doch es geht nicht nur um das Klima – der Drogenhandel führt durch die Zerstörung der Wälder auch zur Entwurzelung lokaler Gemeinden und Vertreibung indigener Stämme. Diese werden von den Banden eingeschüchtert und misshandelt, um Kontrolle über die Gebiete zu erhalten. "Wenn ich Gemeindeleiter und Manager von Schutzgebieten in Zentralamerika gefragt habe, wie sich der Drogenhandel auf ihre Arbeit auswirkt, sagen sie: 'Es kostet einfach Leben'", berichtet eine andere Forscherin, Jennifer Devine.

Als vor etwa zwei Monaten Berichte über die Brände im Amazonas-Regenwald die große Runde machten, war die Aufmerksamkeit auf allen Social-Media-Kanälen groß. Sensibilisiert durch Greta Thunberg und "Fridays-For-Future" teilten unzählige User die Nachrichten über den besorgniserregenden Zustand der "Lunge der Welt". Zum globalen Klima-Streik am 20. September fanden alleine in Deutschland 1,4 Millionen Menschen gemeinsam den Weg auf die Straße zum friedlichen Protest.

Wieso hört dieses Engagement beim Konsum auf?

>> Die 13 besten Plakate des globalen Klimastreiks

Quelle: Noizz.de