Werden die Charity-Shirts der Spice Girls von ausgebeuteten Näherinnen produziert?

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Mit ihren Shirts wollten die Spice Girls eigentlich ein Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit setzen Foto: Instagram / spicegirls

Eigentlich soll der Merche Gleichberechtigung von Frauen promoten.

Vorne die Message „#iwannabeaspicegirl“ (zu Deutsch: Ich will ein Spice Girl sein), auf dem Rücken die Aufschrift „Gender Justice“ (zu Deutsch: Gleichberechtigung). Die britische Erfolgs-Girlgroup aus den Neunzigern möchte mit neuen Merchandise-T-Shirts etwas zur Gleichberechtigung beitragen.

Dabei werden ihre Wohltätigkeits-Shirts wohl unter unwürdigen Bedingungen von Näherinnen in Bangladesh produziert. Das förderte jetzt eine Recherche des „Guardian“ zutage.

Bangladesch gehört zu den Ländern, das die meisten Textilien exportiert. Die Arbeiter müssen unter unmenschlichen Bedingungen 16 Stunden am Tag arbeiten. 80 Prozent davon sind die Frauen. Ihr Stundenlohn: umgerechnet 40 Cent. Ausgerechnet hier sollen die T-Shirts für die Geschlechtergerechtigkeits-Kampagne der Spice Girls produziert werden. 

Laut dem „Guardian“ werden die Arbeiterinnen immer wieder verbal angegriffen. Schichtleiter sollen die Näherinnen als „Töchter von Prostituierten“ beschimpfen, wenn sie ihr Produktionsziel nicht erreichen. Auch bei Krankheit sollen die Frauen zur Arbeit gezwungen worden sein.

Während Emma Bunton und Co. die Charity-Trommel rühren, gehen die Textilarbeiter in Bangladesch auf die Straße. In ihren Demos fordern sie bessere Arbeitsbedingungen und vor allem Lohnerhöhungen. Bei den Protesten kommt es zu Ausschreitungen. Gegen zweieinhalbtausend Arbeiter liegen Anzeigen vor. Viele befinden sich aktuell im Gefängnis.

NOIZZ hat mit der Gewerkschaft der Textilarbeiter in Bangladesch gesprochen.

Generalsekretärin Joly Talkuder hat eine klare Meinung zur Message der Spice-Girls-Shirts: „Solche Kampagnen schaffen ein positives öffentliches Bewusstsein, aber das Problem der Arbeiterinnen ändert sich nicht deutlich.“ Am Ende helfen sie den Betroffenen aber nur bedingt. „Die Textilindustrie ist global. Unsere Mitarbeiter erhalten sehr niedrige Löhne“, so Talukder weiter.

Positive Veränderungen im Leben der Arbeiter seien ohne den vollen Lohn des Marktpreises nicht möglich. Es sei notwendig, Druck auf ausländische Käufer auszuüben, die mit billigen Arbeitskräften große Gewinne erzielen.

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Quelle: Noizz.de