Gelbwesten in Frankreich: Alles, was du über die Protestbewegung wissen musst

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Demonstranten der Gelbwesten-Bewegung in Paris Foto: Sathiri Kelpa/SOPA Images via ZUMA Wire / dpa picture alliance

Ihren Ursprung haben sie in den Sozialen Netzwerken.

Aus Paris gingen in den letzten Tagen wieder unschöne Bilder in die Welt hinaus: Demonstranten randalierten auf den Champs-Élysées, plünderten Geschäfte und zerstörten am Arc de Triomphe das Antlitz der Marianne-Statue, einem Symbol der französischen Republik.

Ihr Outfit: Gelbe Warnwesten, wie sie fast jeder Autofahrer an Bord hat. Doch wer sind diese Menschen und wofür treten sie ein?

Ein Pariser Polizist geht an brennenden Stühlen vorbei, die von Gelbwesten angezündet wurden. Foto: Yann Bohac/ZUMA Wire / dpa picture alliance

Die „Gilets Jaunes“, wie sie auf Französisch heißen, haben ihren Ursprung in den sozialen Netzwerken. Den ersten Anstoß gab dabei der Plan der Macron-Regierung, die Steuer auf Kraftstoffe ab nächstem Jahr zu erhöhen.

Was als Maßnahme für den Umweltschutz angekündigt war, brachte viele Menschen vor allem im ländlichen Frankreich auf die Palme. All jene, die ihr Auto im Alltag besonders brauchen, fühlen sich von der Regierung übergangen und begannen landesweit mit Protesten und Verkehrsblockaden.

Unzufrieden mit Macron

Dass die Gelbwesten auch Gewaltpotenzial haben, ist spätestens seit den Protesten in Paris offensichtlich. Allerdings tun sich viele noch schwer, die Bewegung einzuordnen.

„Macron zurücktreten“ steht auf dem Triumphbogen in Paris. Foto: AP Thibault Camus / dpa picture alliance

Das hat unter anderem damit zu tun, dass sie sich klar von Parteien oder Gewerkschaften abgrenzt. Inzwischen geht es den Gilets Jaunes auch nicht mehr nur um Spritpreise, sondern um eine generelle Unzufriedenheit mit Emmanuel Macron und seiner Regierung.

Der Präsident, den viele nur als Notlösung gewählt haben, um Marine Le Pen aus dem höchsten Amt im Staat zu halten, ist unbeliebter als je zuvor. Viele werfen ihm vor, Politik für die Reichen zu machen und weniger Privilegierte nicht ernst genug zu nehmen. Umfragen zufolge scheint eine klare Mehrheit der Franzosen zumindest Sympathien für die Gelbwesten zu haben, was sicher auch mit dieser Unzufriedenheit zusammenhängt.

Links oder rechts?

Ob die Gelbwesten nun links oder rechts sind, ist schwer zu sagen. Fest steht, dass sowohl Gruppen vom linken als auch vom rechten Rand versuchen, sich der Bewegung anzuschließen: Nach den Pariser Protesten tauchten Graffiti sowohl mit rechter als auch linken Symbolik in den Straßen auf.

Inzwischen sind die Proteste auch nach Belgien übergeschwappt: Diese Protestanten gingen in Brüssel auf die Straße. Foto: AP Francisco Seco / dpa picture alliance

Dass Extremisten in der Bewegung mitmischen, bekommt auch deren Führung zu spüren. Ein Treffen mit Premierminister Édouard Philippe haben Vertreter der Gelbwesten abgesagt, nachdem Hardliner sie bedroht haben sollen. So ist es bislang nicht zum Dialog zwischen Regierung und Demonstranten gekommen.

Derweil gab es auch in Belgien erste Proteste von Demonstranten in gelben Westen, und auch in Deutschland scheint sich das Kleidungsstück, insbesondere rechts außen, gesteigerter Beliebtheit zu erfreuen.

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Quelle: Noizz.de

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