„Für mich war die CDU oberflächlich betrachtet immer gut. Fertig.“

Ich bin 14 Jahre alt und gehe in die 9. Klasse. Mit meinen Freunden bin ich nicht immer einer Meinung, aber in Sachen Politik denken wir ähnlich. Wir interessieren uns einfach nicht so stark für Politik. Ich denke, das liegt daran, dass wir weder mitbestimmen können, noch unsere jetzigen Interessen vertreten werden.

Ich will ehrlich sein: Ich bin nicht gerade eine Politik-Kennerin, aber ein bisschen bekomme ich doch mit. Als im September die Wahlen stattfanden, haben wir in der Schule das Thema „Politik in Deutschland“ durchgenommen. Zu diesem Thema konnte ich anfangs wenig beitragen, wie auch die meisten meiner Klassenkameraden.

Für mich war oberflächlich betrachtet immer die CDU gut. Fertig. Die CDU mit Angela Merkel kannte ich natürlich – aber auch wiederum nicht wirklich. Ich hatte keine Ahnung von dem Wahlprogramm, einzelnen Zielen und dem gesamten System. Mittlerweile weiß ich mehr von alledem.

Alles drehte sich um „Jamaika-Koalition“, „GroKo“ und „Neuwahlen“, und auch wenn ich wahrscheinlich nur übersichtlich viel davon verstehe, überlege ich doch: Warum ist jetzt plötzlich alles so kompliziert? Es kommt mir alles so verstrickt vor. Die FDP und die Grünen spielten auf einmal eine große Rolle.

Nach ewigen Verhandlungen, Nachverhandlungen, Koalitionsverhandlungen (Ähm ... was?) für die Jamaika-Koalition kamen die Politiker zu dem Ergebnis, dass diese Variante nicht funktioniert – dumm gelaufen.

Soweit ich weiß, scheint das überraschenderweise langsam doch irgendwie zu funktionieren, jedenfalls ist der „Weg für Verhandlungen“ – laut Merkel – „frei“. Okay, cool. Zwar bedeutet das jetzt noch mehr Verhandlungen, aber es scheint ja nicht aussichtslos.

Da tut sich die nächste Frage auf:

Eigentlich wäre es doch perfekt: Die beiden stärksten Parteien zusammen als „Team“. Aber für die SPD schien diese Idee kurz nach den Wahlen ein Albtraum zu sein. Ändern die Parteien eigentlich ständig ihre Meinung?

Meist bekomme ich nur mit, dass es neue Verhandlungen gibt und was für ein Ergebnis am Ende dabei herauskommt. Dass sich etwas massiv verändert, habe ich jedenfalls in den letzten Jahren nicht bemerkt. Ich vermute für mich geschehen diese Veränderungen im Hintergrund. Schließlich geht es ja viel um Steuern, Lohn und Rente. Diese Veränderungen haben keine größere Auswirkung auf meinen jetzigen Alltag.

Und solange sich das nicht ändert, wird mein Interesse an Politik auch nicht größer.

Quelle: Noizz.de