Programmieren hat etwas Magisches – und macht auch noch jede Menge Spaß!

"Das Internet ist für uns alle Neuland", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel 2013 auf einer Pressekonferenz. Fünf Jahre sind seitdem vergangen und an der Digitalisierungs-Front hat sich bisher wenig getan.

Eine der Kämpferinnen für die Digitalisierung ist die CSU-Abgeordnete Dorothee Bär. 2013 wurde sie zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Verkehrsministerium ernannt. Im neuen Kabinett von Bundeskanzlerin Merkel soll sie sich nun als Staatsministerin um die Digitalisierung im Land kümmern. Eine Mammut-Aufgabe!

Und kaum für das Amt nominiert, teilt Bär richtig aus und fordert in der BILD-Zeitung: "Deshalb muss Programmieren in die Lehrpläne der Grundschule. Es ist so wichtig wie Lesen und Schreiben." Aus Bärs Forderung spricht die Angst, dass Deutschland den Anschluss bei der Digitalisierung verliert. Doch schon Grundschüler hinter ein Tablet oder Computer zu stecken und Codes in die Tasten hämmern zu lassen? Ergibt das Sinn? Ich finde: Ja!

Denn auch in jungen Jahren ist man bereits von Code und Computern umgeben: Smartphones, Internet und Co. gehören auch im Grundschulalter fest zum Alltag. Wer früh nachvollziehen kann, wie sie funktionieren, entwickelt eine hohe Medienkompetenz und lernt zu verstehen, wie die digitale Welt unseren Alltag beeinflusst. Ich selbst musste mich im Musik-Unterricht durch Noten und Tonarten kämpfen – ein paar Code-Zeilen würden mir heute mehr bringen!

Denn nicht nur um professioneller Programmierer zu werden, kann man Programmiersprachen gebrauchen. Im Studium helfen sie beim Forschen, im Marketing bei der Erstellung besserer Webseiten und im Journalismus bei der Auswertung von Daten. Wer einen sicheren Umgang mit Code als zusätzliche Qualifizierung vorweisen kann, hat bessere Verdienst- und Zukunftschancen – und das nicht nur im Inland! Denn im Gegensatz zu klassichen Sprachen gelten viele Programmiersprachen weltweit.

Das hilft, im beruflichen Alltag zu punkten und mit Wettbewerbsvorteilen die Kollegen zu beeindrucken oder tägliche Aufgaben zu erleichtern. Open-Source-Anwendungen lassen sich mit wenigen Zeilen besser an die Bedürfnisse der eigenen Arbeit anpassen. Um die Unternehmenshomepage zu aktualisieren, braucht es keinen externen Dienstleister mehr, sondern einen Blick in die eigenen Reihen.

Doch beim Lernen einer Programmiersprache geht es nicht nur darum, die eigenen Chancen im Beruf zu verbessern – es hilft auch dabei, komplexe Probleme zu erkennen und zu lösen. Denn wer programmiert, denkt logisch. Funktioniert eine Zeile Code nicht so, wie sie soll, lässt sich das Problem meist in kleinere Bissen zerlegen und so lösen. Abstraktes und logisches Denken hilft in Schule, Studium und fast jedem Berufsfeld – je früher es erlernt wird, umso besser!

Und ganz zum Schluss erinnere ich mich an meinen eigenen Programmier-Unterricht: Die Computer-Arbeitsgemeinschaft meiner Schule – freiwillg, am Nachmittag und auf Uralt-Rechnern. Doch schon in der ersten Stunde haben wir gelernt, einfache HTML-Befehle auf einer eigenen Website darzustellen. Mit ein paar selbst geschrieben Zeilen haben wir Texte zum Blinken gebracht oder Schriftarten verändert.

Code hat etwas Magisches und führt zu schnellen Erfolgserlebnissen – und das macht einfach Spaß! Warum sollten wir unseren Schülerinnen und Schülern das vorenthalten? Für mich gibt es dafür keine Gründe! Die größte Herausforderung dürfte es werden, sinnvollen Programmierunterricht zu gestalten und Lehrer mit ausreichender Kompetenz dafür zu finden. Doch ich bin überzeugt: Unsere Schulen würden von diesem Schritt profitieren. Also: Packen wir's an!

Quelle: Noizz.de