Ein Mann betreibt einen Beauty-Spa in den USA, ist zugelassener Arzt. Doch anstatt Menschen wirklich zu helfen, verkauft er sechswöchige Wunder-Behandlungen gegen Corona, die nichts nützen. Selbst US-Präsident Donald Trump spricht von einer der "der größten Wendepunkte in der Geschichte der Medizin". Jetzt wird der Arzt angeklagt.

Dr. Jennings Ryan Staley wurde am Donnerstag wegen Betrugs angeklagt, wie die US-Staatsanwaltschaft mitteilte. In seinem "Skinny Beach Med Spar", einem Schönheitssalon in San Diego, bot er Kunden sechswöchige Behandlungen an, die vor dem Virus schützen und es sogar bekämpfen sollen. Eine dreiste Betrugsmasche. Staley hat kein Wunderheilmittel erfunden. Er nutzte die Angst seiner Mitmenschen aus, um jede Menge Geld zu machen. Das "medizinische Erlebnis" wurde für 3.995 US-Dollar an KundInnen gebracht und sollte dank der Medikamente Hydroxychloroquin und Azithromycin gegen Corona und Angststörungen helfen.

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Donald Trump spricht von einem Wendepunkt in der Geschichte der Medizin

Präsident Donald Trump

Donald Trump kündigte im März diese Arznei-Mischung als mögliches Heilmittel auf Twitter an: "Hydroxychloroquin und Azithromycin haben zusammen die reelle Chance, zu einem der größten Wendepunkte in der Geschichte der Medizin zu werden!", schreibt der US-Präsident. Dabei hatten Wissenschaftler zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht festgestellt, wie wirksam die Medikamente – oder die angebliche Corona-Behandlung des Arztes – wirklich sind. Sie raten weiterhin zur Vorsicht und erklären, dass weitere Untersuchungen zur Behandlung von COVID-19 erforderlich sind. Das Problem: Das Gesundheitssystem in der USA ist deutlich schlechter als das in Deutschland. Viele Amerikaner hinterfragen die Medikamente, die sie gegen das Virus schützen könnten, nicht kritisch genug – aus Angst vor einer möglichen Erkrankung.

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So kam der Betrug um das "Corona Wundermittel" ans Licht

Ein FBI-Agent wurde auf eine Mail aufmerksam, in der Staley für seine vermeintliche Heilpraxis geworben hatte. Er gab sich als Kunde aus und kaufte sechs Behandlungspakete für seine vermeintliche Familie. Der Arzt soll sie im Verkaufsgespräch mit dem Agenten als "Wundermittel" bezeichnet haben, die "zu 100 Prozent das Covid-19-Virus heilen" sollten. Er versprach sogar Immunität von mindestens sechs Wochen. Als sich der FBI-Agent zu erkennen gab, bestritt Staley, jemals von einer "100-prozentigen Heilung" gesprochen zu haben. Nun wird er von der US-Staatsanwaltschaft angeklagt.

Dem Arzt drohen nun bis zu 20 Jahre Haft

"Wir werden COVID-19-Betrüger nicht tolerieren, die versuchen, von der Pandemie-Angst zu profitieren", sagte US-Anwalt Robert Brewer Junior. Der Anwalt von Staley, Patrick Griffin, bestreitet, dass Patienten ausgenutzt wurden. Anstatt Ärzte wie Staley zu verfolgen, sollte die Regierung sich weiter auf die Bekämpfung des Virus konzentrieren. Ihm drohen nun bis zu 20 Jahre Haft.

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  • Quelle:
  • Noizz.de