Und alles nur wegen eines roten Sterns – oder doch nicht?

Heineken ist eine der weltweit größten Brauereien. Das Bier in den grünen Flaschen erscheint uns Deutschen wohl eher als Plörre, für den Rest der Welt ist Heineken aber erste Wahl.

20,5 Milliarden Jahresumsatz machte das Unternehmen 2015 weltweit. Auch in Ungarn kann man das Bier mit dem typischen roten Stern im Logo kaufen – noch sollte man wohl eher sagen.

Denn ein neues Gesetz in Ungarn soll totalitäre Symbole aus der Zeit des Nationalsozialismus und Kommunismus verbieten – und dazu zählen laut Ministerpäsident Viktor Orban eben auch der rote Stern von Heineken. Laut ihm habe der rote Stern, einst Symbol der Kommunisten, auch auf den Bierflaschen von Heineken „eine offensichtlich politische Bedeutung”. Eigentlich sollen die Zacken nur die fünf verschiedenen Brauphasen darstellen.

Moment mal – haben wir da richtig gehört? Ungarn, dank Flüchtlingshasser und Medinezensierer Orban selbst auf dem Weg zur Autokratie, will totalitäre Symbole verbieten? Und meint, besagtes Bier-Logo sei so ein Symbol?

Dahinter steckt wohl noch mehr. Erst vor einiger Zeit hat die ungarische Regierung zu einem Boykott des niederländischen Bieres aufgerufen. Wer wissen will, wieso, der muss jetzt ganz genau aufpassen:

In Rumänien gibt es eine Brauerei, die zu einem ungarischstämmigen Unternehmen gehört. Es heißt Csiki Sör. Blöderweise gibt es in Rumänien auch Bier von Heineken. Das heißt da Ciuc premium, auf ungarisch Csiki Premium – und soll bald unter diesem Namen auch in Ungarn verkauft werden. Klingt ähnlich? Ja, das fand Heineken auch.

Ein Gericht hat daraufhin entschieden, das Csiki Sör nicht mehr so heißen darf. Das stört die ungarische Regierung. Da kann man sich mal ein Gesetz ausdenken, was Heineken so richtig schön in den Arsch tritt. Denn Heineken liegt auf dem ungarischen Biermarkt auf Platz zwei.

Und was passiert, wenn Heineken das Logo trotzdem weiter benutzt? Dann drohen dem Unternehmen rund sechs Millionen Euro Strafe. Na dann, Prost!

Quelle: Noizz.de