Die Männer werden systematisch gefoltert.

Tschetschenien führt seit Monaten eine regelrechte Verfolgungsjagd auf homosexuelle und bisexuelle Männer. Die autonome Republik in Russland soll seit Dezember 2018 23 Männer festgenommen und missbraucht haben.

Die Opfer seien von Polizisten geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert worden sein. Außerdem soll ein Opfer mit einem Polizeistock vergewaltigt worden sein. Human Rights Watch zitiert einen von vier Männern, der sich der NGO gegenüber geöffnet hatte: "Er betätigte den Drehknopf des Elektroschockers, zuerst langsam, dann immer schneller … Mit jedem Dreh hüpften meine Hände auf und ab und ein entsetzlicher Schmerz ging durch sie durch. Er hörte erst auf, nachdem ich schrie, dass mein Herz bald explodieren würde."

Der Missbrauch der Opfer soll vor allem Teil eines Verhörs gewesen sein, in dem Beamte versuchten, die Namen von weiteren homo- oder bisexuellen Männer herauszufinden. Zum Teil sollten auch Fotos gezeigt werden. Die Handys der Häftlinge sollen außerdem beschlagnahmt worden sein.

Die Inhaftierten seien laut aktuellen Angaben von der Polizei mit homophoben Wörtern und "weiblichen Tätigkeiten" erniedrigt worden. Des weiteren sollen die Männer nur wenig Wasser und kein Essen erhalten haben.

Die Freilassung erfolgte oft nur gegen hohe Summen Lösegeld. Ein Opfer berichtet gegenüber Human Rights Watch sogar, dass als er seiner Familie übergeben wurde, ihnen von den Polizisten indirekt geraten wurde, ihn umzubringen. Human Rights Watch hat die russischen Behörden nun aufgefordert, umgehend Untersuchungen einzuleiten.

>> Brunei will Todesstrafegegen Homosexuelle nicht vollstrecken

>> London verbietet Werbung von Ländern, in denen Homosexuellen die Todesstrafe droht

Quelle: Noizz.de