Der Herr der Winde? 

Derzeit zieht der Hurrikan "Dorian" über die Karibik und hat dort bereits desaströsen Schaden angerichtet. Auf den Bahamas sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Der Hurrikan ist einer der stärksten seit Jahren.

Aber stellte der Hurrikan jemals, wie von Präsident Donald Trump behauptet, eine Gefahr für den US-Bundesstaat Alabama dar? Über diese Frage streitet Washington – auch weil Trump immer wieder nachlegt. Zuletzt sogar mit einer offenbar per Hand abgeänderten Karte des Hurrikan-Verlaufs.

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Fake News?

Es begann alles, wie so oft bei Trump, auf Twitter. Dort schrieb er am Sonntag – im Widerspruch zu den offiziellen Vorhersagen des Nationalen Hurrikan-Zentrums –, dass auch Alabama sehr hart von dem Wirbelsturm getroffen werden könnte.

Nach raschem Gegenwind auf Twitter legte Trump später nach und sagte bei einem Hurrikan-Briefing an die Bürger Alabamas gerichtet: "Bitte seid auch vorsichtig." Der amtliche Wetterdienst in Alabama indes stellte auf Twitter klar: "Alabama wird keine Auswirkungen von 'Dorian' spüren."

Gefundenes Fressen für die US-Medien, doof für Trump. Der bezeichnete die Berichte über seine angebliche Falschaussage als künstlich aufgeregt und unwahr. Der Präsident wollte den Spott offenbar so nicht auf sich sitzen lassen. Er lud Journalisten zu einem Hurrikan-Briefing ins Oval Office ein.

Und das machte alles nur noch schlimmer

Er präsentierte dann eine offizielle Karte des Hurrikan-Verlaufs – allerdings hatte irgendjemand mit einem schwarzen Filzstift das Gebiet der möglichen Sturm-Ausbreitung vergrößert, damit auch noch Alabama berührt wurde. Einige US-Medien berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen schnell, Trump habe die Karte selbst ausgebessert. Dafür gab es aber keine glaubwürdige Bestätigung.

Bei einem weiteren Auftritt im Weißen Haus wurde Trump dann gefragt, wie es zu der veränderten Karte gekommen sei. "Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Ich weiß nicht", sagte er. Okay.

Gleichzeitig verteidigte er seine Aussage: Eine frühe Hurrikan-Prognose hätte mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit gezeigt, dass Alabama auch betroffen sein würde. So sei es dann aber nicht gekommen, räumte Trump ein. "Alabama hätte schwer getroffen werden sollen“, behauptete er weiter.

Die offiziellen Grafiken des Nationalen Hurrikan-Zentrums prognostizierten jedoch zu keinem Zeitpunkt bedeutende Auswirkungen des Sturms auf Alabama. Am Sonntag, als Trump erstmals Alabama ins Gespräch brachte, zeigten die Karten eindeutig einen prognostizierten Verlauf entlang der südöstlichen US-Küste, nicht in Richtung Alabama.

Zum Beweis seiner Position veröffentlichte Trump dann noch eine – bereits eine Woche alte – Karte eines örtlichen Wetteramtes, auf der verschiedene Modelle auch eine geringe Wahrscheinlichkeit eines Eintreffens des Sturms in Alabama auswiesen. "Ich nehme die Entschuldigungen der 'Fake News' an", schrieb Trump auf Twitter. Alles klar.

Wieso Trump unbedingt Panik in Alabama stiften wollte, bleibt indes unklar. Einen Gefallen hat er sich mit der Aktion nicht getan.

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dpa/sw

Quelle: Noizz.de