Hauptsache Trump bekommt seinen Willen.

Es war DAS Wahlversprechen Trumps: Eine Mauer zu Mexiko um die vielen bösen Mexikaner davon abzuhalten, nach Amerika zu kommen. Das ist laut Trumpie-Boi nötig, weil ALLE Mexikaner – ohne Ausnahme – mit Drogen handeln, stehlen oder Vergewaltiger sind. Das weiß einer wie Trump. Ob er jetzt genau nachgeschaut hat, Hellseher ist, oder einfach übelst-rassistisch, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Nun ist die Amtszeit des gegenwärtigen Amerikanischen Präsidenten ja schon ziemlich vorangeschritten – 2020 geht Amerika wieder wählen. Natürlich möchte Trump da wiedergewählt werden. Blöd nur, dass seine geliebte und ständig versprochene Mauer immer noch nicht steht. Von den etwa 500 Meilen (circa 800 km) steht bisher nur eine 100 Kilometer lange "Ersatzbarriere" – allerdings macht das den Kohl auch nicht mehr fett.

Oder – um mal beim Thema zu bleiben – den Zaunenthusiasten Trump auch nur ansatzweise verbarrikadiert. Denn: Der Barrierebereich ist in den Teilen des Grenzgebiets, wo es bereits zuvor Zäune gab. Also alles in allem: Ziemlich mager, was Trump und sein Gefolge da in zweieinhalb Jahren Amtszeit zu Stande gebracht hat. Und anders als das bei anderen Versprechen von Politikern so ist, wo vielleicht komplizierte Steuersenkungen oder gesamtgesellschaftliche Entwicklungen versprochen werden, handelt es sich hierbei um eine ziemlich sichtbare Geschichte, wo es kaum Grauzonen gibt: Entweder eine Mauer steht oder sie tut es halt nicht. Sieht also derzeit eindeutig nach ziemlich versagtem Trump aus.

Die "Washington Post" veröffentlichte nun einen Artikel, der illustriert, wie groß Trumps Verzweiflung aufgrund nicht vorhandenen Grenzmaterials sein dürfte: Um sein Wahlversprechen doch noch einhalten zu können, setzt er nun alle Hebel in Bewegung – ob diese nun legal sind oder illegal, ist ihm dabei ziemlich gleich. Neben den Kosten, die eine solche Megamauer verursacht, sind es nämlich auch rechtliche Gegebenheiten, die den Mauerbau behindern: Umweltvorschriften oder das Recht der Landeseigentümer muss beachtet werden. Zumindest eigentlich. Denn Trump soll seine Mitarbeitenden angewiesen haben, aggressiv und Gesetze missachtend vorzugehen. Aus besagtem Artikel geht außerdem hervor, dass Trump Bauaufträge in Milliardenhöhe beschleunigen lassen möchte. Gebrochene Gesetze würde Trump seinen Helfern dann übrigens "vergeben" so der Artikel weiter.

Bedeutet also: Wenn im Sinne Trumps gehandelt wird, ist es ok, wenn widerrechtlich gehandelt wird, um wiederum Menschen aus dem Land zu verbannen, die sich laut unbewiesener Vorurteile nicht an Gesetze halten. Das ist dann wohl mal wieder Trumps Logik, derer wir hier Zeugen werden. Ist jetzt ehrlich gesagt nicht so, dass uns das überraschen würde. Vielleicht passiert ja noch ein Wunder und jemand baut eine Mauer um Trump. Damit wäre wirklich das Unheil von der Welt abgehalten.

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Quelle: Noizz.de