Kamala Harris, die demokratische Kandidatin für die Vizepräsidentschaft wird nun ordentlich von Donald Trump angegriffen. Dabei bleibt der US-Präsident gewohnt polemisch und abseits jeglichen Niveaus.

US-Präsident Donald Trump hat die designierte demokratische Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, als "eine Art verrückte Frau" verunglimpft. Die Senatorin gehöre zum Mob der "wütenden, radikalen, linken" Demokraten, sagte Trump am Donnerstag im Gespräch mit dem konservativen Sender Fox Business.

Kamala Harris: Voller Wut und verrückt?

Bei der Senatsanhörung zur Bestätigung von Brett Kavanaugh als Richter am Obersten Gericht sei Harris wütend und voller "Hass" gewesen, sagte der Republikaner. "Das sind ernsthaft kranke Menschen", behauptete Trump. Kavanaughs Ernennung 2018 war sehr kontrovers, nachdem ihn mehrere Frauen sexueller Übergriffe beschuldigt hatten.

Schaut man sich die Anhörung an, die Harris durchführte, weiß man jedoch nicht so richtig, von welcher "Verrücktheit" und welchem "Hass" der gute Trump hier eigentlich spricht. In der Senatsanhörung 2018 ist Kamala Harris ziemlich bestimmt und ruhig, Brett Kavanaugh hingegen wirkt, als hätte er keine Ahnung, wovon er spricht. Vielleicht sollte Donald Trump sich die Aufzeichnungen der Anhörung noch mal ansehen und zu Neuinterpretationen ansetzen.

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Trump hetzt weiter mit unbewiesenen Behauptungen

Trump bewirbt sich in gut zwei Monaten um eine zweite Amtszeit. Er warnte, Harris und der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden wollten die Steuern im Falle ihres Wahlsiegs um vier Billionen US-Dollar erhöhen.

Die Grundlage für Trumps Behauptung war unklar. Die von ihm genannte Summe entspräche fast 20 Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung. Trump warnte weiter, der Wirtschaft drohe eine "Depression, wie man sie noch nie gesehen hat", falls die Demokraten bei der Wahl im November das Weiße Haus erobern sollten.

Trump stimmt Verschwörungstheorien gegen Harris zu

Das Trump nicht unbedingt mit Fakten, sondern gefühlten Wahrheiten, die in sein beschränktes Weltbild passen, um sich schmeißt, ist ja nichts Neues. Nun geht er aber im Wahlkampf gegen Harris noch einen Schritt weiter.

In rechten Internetforen kursieren sogenannte "Birther-Theorien": Diese dürften jedem Rassisten ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Es wird nach Herkunft und den damit verbundenen Rechten gefragt. Im Falle Kamala Harris' bedeutet das: Es wird versucht, mit kruden Theorien zu beweisen, dass die Politikerin nicht in den USA geboren worden sei und deshalb kein Recht auf das Amt der Vizepräsidentin habe.

Auf Nachfrage, ob er diese Theorie glaube, sagte Donald Trump, dass die Angelegenheit geprüft werden müsse – eine Distanzierung zur Theorie erfolgte nicht. Schon bei Obama hatte Trump mehrfach in Frage gestellt, inwiefern der ehemalige US-Präsident überhaupt echter Amerikaner sei und ob er hätte überhaupt Landesoberhaupt sein dürfen.

Bei Trumps regelmäßiger Kundgebung im Weißen Haus sieht man am 11. August auf dem Screen ein Bild von Kamala Harris.

Biden (77) hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass er mit Harris (55) als Stellvertreterin antritt. Trump (74) liegt in den meisten Umfragen zur Zeit deutlich hinter Biden – bis zur Wahl sind es aber noch mehr als zwei Monate, in denen noch viel passieren kann.

[in Zusammenarbeit mir dpa]

Quelle: Noizz.de