"Liebesbriefe aus Pjöngjang": Was sich Nordkoreas Diktator Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump so schrieben, war lange unbekannt – nun erhielt ein US-Journalist einen exklusiven Einblick. Ein Detail haut sogar US-Geheimagenten aus den Socken.

Wer sich schon immer gefragt hat, was bitte sich zwei Männer wie Donald Trump und ausgerechnet der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un in Briefen mitteilen, bekommt nun endlich eine Antwort. Star-Journalist Bob Woodward, der in den Siebzigerjahren den Watergate-Skandal für die "Washington Post" aufdeckte und so Präsident Nixon ins Wanken brachte, durfte einen Blick auf den Schriftverkehr der beiden werfen. Bisher wussten wir nur wenige Details. So sagte der US-Präsident bei einem Wahlkampfauftritt in West Virginia vor zwei Jahren noch geschwärmt:

Ich war zäh und er war es auch. Dann verliebten wir uns. Er schrieb mir schöne Briefe und es waren großartige Briefe. Wir verliebten uns.

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Das sind ganz ungewohnte Töne von Trump – die Briefe sollen zudem in schier überdimensional großen Umschlägen angekommen sei. In Washington nannte man den diplomatischen Briefverkehr daher schon scherzhaft "Liebesbriefe", weil beide Staatsmänner derart begeistert voneinander waren – und dass, obwohl sich beide einige Monate zuvor noch aufs Übelste beschimpft hatten. Wir erinnern uns an "Rocket Man" aufseiten Trumps sowie "Dotard" von Kim Jong-un, ein eher ungebräuchliches und veraltetes englisches Wort für "alter Greis".

Die Wahrheit: Kim Jong-un ist wohl ein sehr einfühlsamer Schreiber

Für sein neues Enthüllungbuch über den noch amtierenden US-Präsidenten Trump mit dem Titel "Rage", also "Wut", hat Bob Woodward nun einige Passagen der Briefe aus Pjöngjang zitiert. Dabei zeigt sich: Der sonst so brutale Diktator, der sogar seine eigenen Familienmitglieder hinrichten lässt, kann auch charmant und einfühlsam sein – und schreibt in perfektem Englisch. Kein Wunder, denn Kim Jong-un ist in der Schweiz zur Schule gegangen und hat eine exzellente Ausbildung genossen.

Die Sprachkünste des nordkoreanischen Machthabers sollen sogar den US-Geheimdienst CIA beeindruckt zu haben. Jong-un schreibe mit Raffinesse und Eleganz, um sich bei Trump einzuschmeicheln, berichtet Woodward und nennt sie sogar "Meisterwerke". Insbesondere ein Detail sticht hervor: die Anrede. Ganze 16 Mal nennt Kim Jong-un Trump "Eure Exzellenz" – und unterstreicht damit seine Wertschätzung. Als ob Trump der Papst oder ein Adliger wäre.

Übertreibungen bis zum geht nicht mehr: So sieht der Briefwechsel von Trump und Jong-Un aus

Der US-Präsident und Nordkoreas Diktator bei Trumps Besuch in Nordkorea im Juni 2019.

Es scheint fast so, als habe Nordkoreas Staatsspitze wirklich alle Geschütze aufgefahren, um Trump zu beeindrucken. In einem Abschnitt erzählt Kim Jong-un etwa, wie nachhaltig ihn das Treffen der beiden beim Singapur-Gipfel 2018 beeindruckt habe. Er glaube, dass die

... tiefe und besondere Freundschaft zwischen uns eine magische Kraft entfalten und einen Fortschritt in den nordkoreanisch-amerikanischen Beziehungen bedeuten wird.

Zudem werde bald der Tag kommen, an dem beide zusammensitzen werden, um großartige Sachen zu verwirklichen. So so. Das klingt ganz nach dem Geschmack von Donald.

Wer mehr Details will: Der Nachrichtensender CNN hat vorab zwei Briefe von Trump und Kim Jong-un veröffentlicht. Woodward durfte keine Fotos oder Kopien der Briefe machen, er hat die Briefe selbst in sein Aufnahmegerät diktiert. Aber mal ehrlich: Aus diesem romantischen Briefwechsel könnte man schon eine Polit-Romanze für Netflix machen, oder etwa nicht?

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Quelle: Noizz.de