Okay, nicht er direkt – aber der US-Präsident hat’s ausrichten lassen.

Vor gut zehn Jahren klang das eher nach Postillon-Meldung als nach Realität: Bundesaußenminister Heiko Maas trifft sich mit US-Schauspielerin Angelina Jolie in New York. Denn die beiden haben ein Anliegen. Sie wollen sich für den Kampf gegen sexuellen Missbrauch in Kriegsgebieten einsetzen.

>> Mehr dazu: Heiko Maas und Angelina Jolie kämpfen gegen sexuelle Gewalt

Dafür schilderten beiden In einem gemeinsamen Gastbeitrag für die „Washington Post“ erschreckende Beispiele für Schicksale von Frauen in Krisenländern.

Jolie und Maas wollen die Ermittlungsmöglichkeiten für diese Straftaten verbessern und die Einhaltung internationaler Normen, etwa von UN-Resolutionen stärken. Außerdem müssten Opfer besser unterstützt werden. Dafür hat Außenminister Maas auch einen cleveren Schachzug parat.

Im Moment hat Deutschland nämlich den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat. Nun soll eine Resolution verabschiedet werden, in der unter anderem auch Konsequenzen für diejenigen enthalten sein sollen, die sexuelle Gewalt gegen Frauen gutheißen oder fördern. „Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt werden als Kriegs- und Terrortaktik weltweit genutzt“, heißt es in dem Beitrag.

Dafür hat sich Maas neben Jolie noch andere prominente Unterstützer mit ins Boot geholt: UN-Generalsekretär António Guterres, Menschenrechtsanwältin Amal Clooney sowie die beiden Friedensnobelpreisträger von 2018, Denis Mukwege und Nadia Murad. Die Charmeoffensive, reichte den USA aber offensichtlich nicht, um die UN-Resolution gut zu heißen.

In letzter Minute haben die USA den vorgelegten Resolutionsentwurf zu sexueller Gewalt in Konflikten deutlich abgeschwächt. Vor allem eine Textpassage habe gestört, in der es um „sexuelle und reproduktive Gesundheit“ ging. Erst nachdem dieser Passus gestrichen wurde, stimmten die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats ab. 13 von ihnen stimmten dafür. Russland und China, die einen eigenen Entwurf vorgelegt hatten, enthielten sich.

Der Grund dafür klingt schon weird:

Die USA hatten sich in vergangenen Jahren schon mehrfach an ähnlichen Formulierungen in UN-Resolutionen gestört, weil sie als stillschweigende Billigung von Abtreibung verstanden werden könnten. Dagegen meldetet sich auch schon mehrmals Trump zu Wort, seit dem er das Amt des US-Präsidenten inne hatte.

Hat ja zum Glück doch noch geklappt, die Resolution umzusetzen. Maas bezeichnete die Resolution als „Meilenstein auf dem Weg zur Beendigung sexualisierter Gewalt in Konflikten“. Mit der Resolution würden „Opfer in den Mittelpunkt“ gestellt.

Vielleicht waren der US-Präsident Trump und sein UN-Botschafter Jonathan R. Cohen auch nur etwas erbost, dass Angelina Jolie nicht mit ihnen die Welt rettet.

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[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de