Facebook und Twitter dürfen nicht kommen.

Ladys and Gentleman, willkommen zu einer neuen Folge "Trump macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt": Der Amerikanische Präsident und Fönfrisur-Liebhaber lädt zu einem Social-Media-Treffen ins Weiße Haus ein. Wie unter anderem bei CNN kommentiert wird, handelt es sich hierbei um eine Veranstaltung, die weniger progressiv, als eher einfach ein Zusammenscharen von rechten und fragwürdigen Akteuren des Internetalltags (Donald Trump eingeschlossen) sein wird.

Mit dabei: Die Leute von Minds.com. "Wer?!" werdet ihr fragen. Die Plattform ist hauptsächlich in den USA bekannt, und zwar dafür, sich selbst als Anti-Facebook auszugeben. Es wird vor allem mit Transparenz geworben: Der Code der Software ist "Open Source" – kann also von allen bearbeitet werden. Die Kollegen von Vice in Amerika haben herausgefunden, dass Minds vor allem von Nazis zu Propaganda-Zwecken genutzt wird. Kein Wunder: Durch die ganze Freiheit herrscht auf der Plattform halt auch wenig Kontrolle und rechtes Gedankengut kann so fröhlich gedeihen und geteilt werden.

Die sonstige Gästeliste des US-Präsidenten liest sich sonst auch recht ähm ... sagen wir: speziell. Tim Pool und Bill Mitchell werden unter anderem zugegen sein, wie Vice berichtet. Beide sind hierzulande Wenigen bekannt, in den Staaten sind sie allerdings Medienfiguren, die für rechte und äußerst konservative Werte stehen. Mitchell etwa ist Radio-Moderator, der sich etwa gegenüber der Organisation QAnon geäußert hat. QAnon wiederum verbreitet rechtsextremistische Verschwörungstheorien.

Nicht eingeladen sind dafür Vertreter von Facebook und Twitter. Kann man schon mal vernachlässigen, die zwei größten Player des Games. Wirkt ein bisschen so, als würde die katholische Kirche zum gemeinsamen Oblatenbacken einladen und Gott dabei ausschließen. Finden wir aber insgesamt konsequent: Trump versucht gar nicht zu verschleiern, dass er sich erstens nur die Leute einlädt, die seiner Meinung sind, und dass das alles zweitens nicht nur Konservative, sondern gleich Unterstützende bzw. Akteure rechtsextremistischer Inhalte sind. Man könnte auch den ganzen Schritt machen und Trumps lustiges get together als "digitale Hitlertruppe 2.0" bezeichnen – aber das macht natürlich keiner. Das wäre ja auch wirklich ein bisschen gemein – wenn auch wahr. Die ganze Geschichte geht jetzt nämlich schon so weit, dass diejenigen, die eine Einladung erhalten haben, von der digitalen Öffentlichkeit als rechts angesehen werden. Bereits erwähnter Tim Pool findet das unfair:

Achtung, Meinung der Autorin: Alles in allem wird der Gipfel vermutlich nichts weiter als das, was Donald Trump ohnehin schon 24/7 macht: Eine ignorante Veranstaltung, auf der weiße Männer sich gegenseitig darin bestätigen, wie unbegründet toll sie sich fühlen. Überraschend ist das nicht, nur einmal mehr die Bestätigung dessen, was im Weißen Haus aktuell eigentlich abgeht.

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Quelle: Noizz.de