Von wegen Politik-verdrossen! MTV hat gefragt, Europas Jugend hat geantwortet.

Hey, keine Ahnung, ob ihr es mitgekriegt habt. Aber am 26. Mai stehen die Europawahlen an. Denn dann kann jeder EU-Bürger, der 18 Jahre alt ist, ein neues Europäisches Parlament mitwählen. Dass das in Zeiten von immer heftigeren nationalen Bewegungen in ganz Europa eine ziemlich entscheidende Wahl sein könnte, erklärt sich von selbst.

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Umso wichtiger also für die europäischen Politiker, sich auch der Jugend anzunehmen. Dank "Fridays For Future"-Bewegung wissen die zumindest, dass uns das, was die Berufspolitiker fabrizieren, zumindest nicht ganz egal ist. Eine neue Studie des Jugendsenders MTV im Vorfeld der Europawahl hat sich deswegen noch einmal genauer angeschaut, wie Europas Jugend ihren Kontinent und dessen Zukunft sieht. Eins kann man sagen: Wir sind Europa eigentlich ziemlich positiv gesellt.

Und das trotz Brexit-Chaos, neuen Rechten und ganz anderen Problemen. Dafür wurden über 10.000 junge Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren aus zehn verschiedenen Ländern befragt. Wir Deutschen sind besonders enthusiastisch, was die EU angeht. Gut 72 Prozent wollen auf jeden Fall zur Wahlurne am Sonntag in knapp zwei Wochen gehen. Und noch besser: Fast 66 Prozent glauben, dass die EU wichtig ist, um Frieden und Zusammenhalt in ganz Europa zu gewährleisten.

Wir sind eben in einer Generation groß geworden, die ein Leben ohne Europäische Union nicht mehr kennt. Wer jetzt 18 ist, kennt auch keine Landesgrenzen mehr innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten. Eigentlich eine gute Sache, oder? Wenn es aber um das Vertrauen geht, die europäische Politik in Straßburg und Brüssel machen, sieht es laut MTV-Umfrage nicht mehr ganz so optimistisch aus.

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Gerade einmal 38 Prozent von uns deutschen Youngstern traut dem EU-Parlament zu, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Tja, das liegt vielleicht auch daran, dass der Anteil rechter Parteien im aktuellen Parlament so hoch wie noch nie ist. Auf Nachfrage sagen die meisten, dass für sie dich wichtigsten Themen, Umweltschutz, Wirtschaft, Einwanderung und Arbeitslosigkeit, nicht wirklich angepackt werden. So kommt es dann auch, dass nur 53 Prozent von uns überhaupt verstehen, was dort im Parlament passiert und entschieden wird.

Mit dieser Grafik könnt ihr abchecken, wie das der Rest der europäischen Jugend sieht:

Alle Fakten auf einen Blick. Foto: MTV Viacom International Media Networks

Am geringsten ist das Vertrauen in die Arbeit des EU-Parlaments übrigens in Griechenland mit gerade einmal 23 Prozent. Das liegt wohl auch an der anhaltenden Wirtschaftskrise und der hohen Jugendarbeitslosigkeit in dem Land. Zugleich haben die jungen Griechen aber auch eine sehr patriotische Haltung zu Europa: 89 Prozent finden die EU-Wahlen sehr wichtig. Die Wiege der Demokratie eben.

Aber sehen wir uns überhaupt als Europäer?

Das kommt voll darauf an, wo wir leben. Während wir in Deutschland uns fast zur Hälfte als Europäer und dann als deutsche Staatsbürger verstehen, sieht es in Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark ganz anders aus. Dort bezeichnen sich nur zwischen 22 und 30 Prozent der Befragten in erster Linie als Europäer.

Trotzdem ist es interessant, wie sehr die britische Jugend ihre Meinung geändert hat. Viele sind so frustriert vom Brexit, dass sie sich mittlerweile anders entscheiden würden. 68 Prozent aller befragten Briten in der Altersspanne würden sich für einen Verbleib in der EU aussprechen. Tja, zu spät.

Quelle: Noizz.de