Die Befragung mit 1300 Teilnehmern fand vor zweieinhalb Monaten statt, also vor dem Anschlag auf die Synagoge in Halle.

Und 41 Prozent davon sind der Meinung, Juden reden zu viel über den Massenmord des Nazi-Regimes an europäischen Juden, wie eine repräsentative Umfrage des Jüdischen Weltkongresses zeigt, über die die "Süddeutsche Zeitung" in der Donnerstagsausgabe berichtete.

28 Prozent, der als Elite bezeichneten Umfrageteilnehmer, behaupten dem Bericht zufolge, Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft, 26 Prozent sagen Juden "zu viel Macht in der Weltpolitik" nach. Zur Elite zählen die Studienautoren Hochschulabsolventen mit einem Jahreseinkommen von mindestens 100.000 Euro.

Laut "SZ" ergab die Befragung außerdem, dass mit 48 Prozent fast die Hälfte behauptet, Juden verhielten sich Israel gegenüber loyaler als zu Deutschland. Zwölf Prozent aller Befragten gaben an, Juden trügen die Verantwortung für die meisten Kriege auf der Welt. 22 Prozent sagen, Juden würden wegen ihres Verhaltens gehasst.

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Der Studie zufolge wird der wachsende Antisemitismus von einer großen Mehrheit in der Bevölkerung mit dem Erfolg rechtsextremer Parteien in Verbindung gebracht. 65 Prozent der Deutschen und 76 Prozent der sogenannten Elite sehen einen Zusammenhang.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) ist eine Vereinigung, die jüdische Gemeinden und Organisationen in 100 Ländern vertritt. Zu der Studie sagt der Präsident Ronald S. Lauder der "SZ" , Antisemitismus habe in Deutschland einen Krisenpunkt erreicht. "Es ist an der Zeit, dass die gesamte deutsche Gesellschaft Position bezieht und Antisemitismus frontal bekämpft."

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[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de