Und für eine Sache können wir der AfD danken.

Die „Schubladenstudie“ der Bertelsmann Stiftung zur Bundestagswahl ist raus. Jetzt verstehen wir besser, wie die „Bürgerliche Mitte“, „Hedonisten“ oder „Performer“ gewählt haben. Die interessantesten Ergebnisse findest du hier.

Du bist ein Vernunftmensch, pflichtbewusst und du sorgst dich um den eigenen Statuserhalt? Dann bist du ein typischer Vertreter der Bürgerlichen Mitte. In dieser Gruppe hat die AfD 20 Prozent geholt, also deutlich mehr als im Durchschnitt (12,6 Prozent). Das heißt: Nach dem sozial schwachen, Prekären Milieu (28 Prozent), konnten die Rechtspopulisten auch in der Mittelschicht ordentlich punkten.

Erstaunlich: Die Erfolge der AfD gehen hier auf Kosten der Grünen. Mit unterdurchschnittlichen 3 Prozent wäre die Partei gar nicht erst in den Bundestag gekommen, gäbe es nur diese Gesellschaftsgruppe.

So sähe das Wahlergebnis aus, wenn nur die Bürgerliche Mitte gewählt hätte

Wer unkonventionell lebt und provokant ist, nach Abenteuern sucht und den Spaß in den Mittelpunkt stellt, wählt überdurchschnittlich links (16 Prozent) und grün (12 Prozent). Die CDU ist auch hier am stärksten vertreten, aber nur mit 26 Prozent. Im Umkehrschluss könnte das bedeuten: Für viele Hedonisten ist die CDU vergleichsweise konventionell und langweilig.

Die neue Konfliktlinie der Demokratie verläuft zwischen Modernisierungsbefürwortern und –gegnern. Auch hier hat die AfD ein Alleinstellungsmerkmal: Sie ist die einzige Partei, die mehr Modernisierungsgegner (65 Prozent) vertritt als -befürworter.

Dass wieder Nazis im Parlament sitzen, ist eine Katastrophe. Das Paradoxe dabei ist: Der AfD ist es durch die erfolgreiche Mobilisierung gelungen, die soziale Spaltung zumindest bei der Wahlbeteiligung zu verringern. Aus demokratischer Sicht ist das gut, das Ergebnis wird durch die Stimmen früherer Nichtwähler nur noch mehr legitimiert.

Quelle: Bertelsmann Stiftung