Er hält ein langes Gewehr in den Händen, sie steht lässig mit einer Pistole daneben: So versuchte ein wohlhabendes weißes Pärchen am Wochenende, dessen Millionen-Villa im US-Bundesstaat Missouri zu beschützen.

Oh, Karen. In den vergangenen Wochen tauchen immer mehr Social-Media-Videos von weißen Frauen und Männern auf, die sich ignorant oder rassistisch verhalten. Im Internet nennt man sie nicht gerade liebevoll Karen und Ken. Nun tauchte ein weiteres Video auf, das nicht mehr so harmlos ist, wie eine herumschreiende Frau bei Walmart: In dem Video sieht man ein weißes Pärchen, das im US-Bundesstaat Missouri am Wochenende mit Waffen auf "Black Lives Matter"-Demonstranten zielt, die vor dessen Villa stehen.

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Ken und Karen haben den Finger am Abzug

Die Eheleute Mark und Patricia McCloskey behaupten, sie hätten sich von der "wütenden Meute" bedroht gefühlt und hätten um ihr Leben gefürchtet. In einem Video auf Twitter sieht man, wie sie vor ihrem luxuriösen 1,15 Millionen US-Dollar teuren Haus in einer wohlhabenden Gegend der Stadt St. Louis stehen, auf der Straße Demonstrant*innen. Der Mann hat sein Finger am Abzug eines langen Gewehrs, zielt auf die Demonstrant*innen und schreit sie an. Seine Frau steht mit einer Pistole daneben, eine Hand in der Hüfte, mit der anderen hält sie lässig die tödliche Schusswaffe. Die Demonstrant*innen bleiben vor ihrem Haus, machen Krach, aber kommen nicht näher.

Gibt es für das Ehepaar eine Strafe?

Die Polizei untersucht den Fall nun – zugunsten der weißen Hauseigentümer. Die beschuldigen die Demonstrant*innen nämlich, privates Gelände unbefugt betreten und sie durch Einschüchterung angegriffen zu haben. Sie berichteten der Polizei, beobachtet zu haben, wie die Gruppe ein Eisentor aufgebrochen hätte, woran "Private Straße" und "Kein Betreten" stünde. Sie hätten außerdem bewaffnete Menschen unter den Protestierenden gesehen, und deswegen auch zur Waffe gegriffen. Sie sagen aus, die Gruppe hätte ihnen gedroht sie zu töten, das Haus anzubrennen und ihren Hund umzubringen.

Die Demonstrant*innen befanden sich zu dem Zeitpunkt gerade auf dem Weg zum Haus der Bürgermeisterin Lyda Krewson, um ihren Rücktritt zu fordern. Die hatte am Freitag in einem Facebook-Live-Video die Namen und Adressen von Protestant*innen laut vorgelesen, die Briefe geschrieben hatten, in denen sie forderten, die Polizei nicht mehr staatlich zu finanzieren. Damit machte sie die Demonstrant*innen auf gefährliche Weise angreifbar. Die weiße Bürgermeisterin entschuldigte sich noch am selben Tag.

Bürgermeisterin Lyda Krewson

Die Forderungen zur Entmachtung der Polizei wurden im Rahmen der aktuellen "Black Lives Matter"-Protestbewegung laut. Die Proteste sind eine Reaktion auf den Mord des Schwarzen George Floyds durch einen weißen Polizisten.

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Quelle: Noizz.de