… und ja, Donald Trump kommt auch drin vor!

Sprüche in der Politik können Auswirkungen haben. Mal folgt ein Shitstorm, mal wird jemand zu einem Meme (Edmund Stoiber und der Transrapid).

Wenn die Politiker jemanden beleidigen oder etwas komplett Falsches sagen, sind die Auswirkungen gravierender. Ab und an folgt ein Rücktritt, ab und an eine kontroverse Diskussion, manchmal ändert es auch einfach mal das Weltgeschehen. Ex-DDR-Poltiker Günther Schabowski ("Das trifft nach meiner Kenntnis...ist das sofort, unverzüglich") konnte ein Lied davon singen.

Doch welche Versprecher, Sprüche und Fehler prägten das politische Jahr 2017? Hier kommt ein anderer Jahresrückblick. Viel Spaß!

Am 10. Januar begann Polens Außenminister Witold Waszczykowski die Reihe an Versprechern und Idiotien, die dieses Jahr prägten. Gegenüber Pressevertretern in New York sagt er, dass er sich mit Leuten aus knapp 20 Ländern getroffen habe.

„Zum Beispiel mit Staaten wie Belize oder San Escobar"

Schade, dass es „San Escobar nicht gibt.

Immerhin hatten die Leute auf Twitter Spaß: So wurde unter anderem ein Account für den angeblichen Karibik-Staat eingerichtet.

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Der Immobilienmogul und „pussy grabber“ wurde am 20. Januar als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Alleine Aussagen wie „Die vergessenen Männer und Frauen unseres Landes werden nicht mehr vergessen sein" waren hanbüchener Schwachsinn.

So auch die Behauptung seines Pressesprechers Sean Spicer, der behauptete, dass es sich bei der anwesenden Zuschauermenge um die größte aller Zeiten gehandelt hätte. Der Begriff „Fake News“ machte fortan auf Regierungsebene die Runde.

Ort: Landtag in Sachsen-Anhalt. AfD-Anwalt Rober Farle spricht am 3. Februar. Nach über 15 Minuten – die geregelte Redezeit – unterbricht ihn Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch. Seine Redezeit sei vorbei. Und Farle sagt folgendes:

„Nein, ich hab 15 Minuten – 11 Minuten und 32 Sekunden steht bei mir.“

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Und Brakebusch hat recht. Farle hatte die Anzeige für die Redezeit mit der Uhrzeit verwechselt.

Was war noch im Februar passiert? Natürlich wurde es um Trump nicht ruhiger. Und Kellyanne Conway, Trump-Sprecherin, hatte einen ihrer häufigen Momente:

"Ich wette, dass es den Leuten völlig neu ist, dass Präsident Obama ein sechsmonatiges Verbot des irakischen Flüchtlingsprogramms hatte, nachdem zwei Iraker in dieses Land gekommen und radikalisiert worden waren und die Drahtzieher des Massakers von Bowling Green waren."

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Wie sich herausstellte, gab es ein solches Massaker nie.

Im Februar kommt Deniz Yücel in der Türkei in Untersuchungshaft – er ist bis heute nicht frei, trotz fehlender Anklage. #freedeniz

In den Umfragen geht es für die SPD unter ihrem neuen Flagschiff Martin Schulz steil nach oben. Die Sozialdemokraten jubilieren, auf dem SPD-Parteitag am 19. März wird der vorherige EU-Politiker unter großem Jubel mit 100 Prozent des zum Parteichef und Kanzlerkandidaten gewählt. Dann äußert er sein Ziel für die Wahl:

"Wir wollen, dass die SPD stärkste politische Kraft wird"

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Joah, das hätte ja fast geklappt.

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Was war im März noch passiert? Frank-Walter Steinmeier wird neuer Bundespräsident. Und das Vereinigte Königreich erklärt am 29. März nach Artikel 50 den Austritt aus der Europäischen Union.

Wer kennt sie nicht: Die Namensänderung der heute-show von Björn Höcke, den sie Bernd tauften. Viele Medien machten freiwilig und unfreiwilig mit – so auch jüngst Stern TV.

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Selbst in den Nachrichten wurde der Namen en vogue: „Auch Lucke scheiterte mit seinen Versuchen, Parteimitglieder wie Bernd Höcke loszuwerden.“ Das sagte heute-Sprecherin Marietta Slomka am 19. April vor Millionen Fernsehzuschauern. Höchstwahrscheinlich war es nur ein Versprecher. Aber trotzdem: Chapeau!

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Was war sonst noch passiert? Präsident Recep Tayyip Erdogan baut im April seine Macht in der Türkei durch ein umstrittenes Verfassungsreferendum weiter aus.

Wahlzeit im hohen Norden. Gerne möchte Ministerpräsident Thorsten Albig seinen Posten an der Spitze des Bundeslandes behalten. Und dafür gibt er der Zeitschrift „BUNTE“ ein exklusives und intimes Interview über sein Privatleben: Leider spricht er auch über seine Ex-Frau:

„Wir hatten nur noch ganz wenige Momente, in denen wir uns auf Augenhöhe ausgetauscht haben.“

Diese eine Passage, so vermuteten es unter anderem die „SZ“, die „FAZ“ und „Der Spiegel“, könnte ihm – gerade bei älteren Wählerinnen – stark geschadet haben. Trotz versuchen der Relativierung war der Schaden angerichtet. Von seinen Konkurreten wurde er für diesen Satz hart angegangen Albig verlor die Wahl und sein Regierungsamt.

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Was war sonst noch passiert? Der langjährige Bundeskanzler Helmut Kohl verstarb im Alter von 87 Jahren, mit Emmanuel Macron bekommt Frankreich einen neuen Präsidenten und der Bundestag beschließt endlich die „Ehe für alle“. (NOIZZ berichtete.)

Wenn man es sich mit seinen Wählern verscherzen will, sollte man sie einfach persönlich beleidgen. Das beschloss Anfang Juli der CDU-Politiker Peter Tauber. Er twitterte:

"Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs."

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Komisch, dass diese Worte einen Shitstorm auslösten.

Was war sonst noch passiert? In Hamburg findet der G20-Gipfel statt. Es kommt zu regelrechten Straßenschlachten zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Inhaltlich passiert auf dem Gipfel hingegen fast gar nichts.

Ach, die NPD. Totgesagt, fast verboten und fast vergessen. „Zum Glück“ gibt es noch Menschen wie Otfried Best im saarländischen Völklingen. Er wollte Oberbürgermeister werden und stellte sich im August den Fragen des Publikums.

Dann trat Uwe Faust, seines Zeichens Politiker bei der Partei „Die Partei“, ans Mikrofon. Er fragte, ob Best die Hausnummern in Völklingen ändern wolle. Schließlich seien erschreckend viele Häuser mit arabischen Zahlen gekennzeichnet.

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Best fiel auf den Trick rein und antwortete:

"Da warten Sie mal ab, Herr Faust, bis ich Oberbürgermeister bin. Da werd ich das ändern. Da werden da mal normale Zahlen drankommen."

Dass die arabischen Zahlen in Deutschland normal sind, wusste der NPD-Politiker wohl nicht. Oder wollen Sie etwa wieder zurück zu den römischen Ziffern, Herr Best?

Letzte Sitzung im Bundestag in den vergangenen Legislaturperiode. Es ist der fünfte September und Bundeskanzlerin Angela Merkel betritt das Pult. Sie hält eine längere Rede. Zum Ende der Sprechzeit sagt sie einen Satz, der hängenbleiben wird – er sorgt für schallendes Gelächter und partiellen Applaus .

„Meine Zeit ist ja auch fast vorbei“

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Rund zwei Wochen später erblickt ein Clip aus dem Jahr 1997 das Licht der Welt. Christian Lindner und ein damaliger Mitschüler stellen ihr Geschäftsmodell vor. Zusammengefasst: Etwas arrogant, etwas abgehoben, etwas lächerlich. Zum Schluss des Videos sagt Christian Lindner einen mittlerweile legendären Satz:

„Probleme sind nur dornige Chancen.“

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Die Bundestagswahl endet mit ernüchternden Ergebnissen für die größeren Parteien. Sowohl die Union als auch die SPD verlieren stark an Zuspruch, Katerstimmung bei den Wahlpartys. immerhin kehrt die FDP nach vier Jahren Abstinenz wieder ins Parlament zurück.

Doch nur bei einer Partei wird richtig gefeiert. Erstmal schafft es die AfD in den Bundestag. Und sie zeigt, was für Leute da kommen. Der Parteivorsitzende Alexander Gauland sagt noch am Wahlabend vor einer johlenden Menge:

„Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen. Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen."

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Das wollen wir nicht weiter kommentieren.

Auch Donald „Donnie“ Trump hatte mal wieder einen seiner Tage:

„In Guinea und Nigeria wurde ein fürchterlicher Ebola-Ausbruch bekämpft. Das Gesundheitssystem in Nambia ist zunehmend selbstständig.“

Zur Sicherheit sagte er den Namen von NA-MI-BI-A einfach mehrfach falsch.

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Und was passierte noch im Herbst und Dezember? In Katalonien findet am 1. Oktober ein Unabhängigkeitsreferendum statt; eine unabhängige Republik wird danach ausgerufen. Doch die spanische Zentralregierung interveniert und unterbindet die Abspaltung. Das Parlament wird aufgelöst und Neuwahlen angesetzt. Doch bei denen setzen sich abermals die Separatisten durch.

Im November erklären CDU/CSU, FDP und Die Grünen die Sondierungsgespräche für gescheitert – Jamaika ist tot, Deutschland verbleibt bis zum Ende des Jahres mit einer geschäftsführenden Buneskanzlerin Angela Merkel.

Und Trump III: Im Dezember deklariert der US-Präsident Jerusalem zur Hauptstadt Israels – ohne irgendwelche Interessen anderer Staaten und Probleme im Nahost-Konflikt zu bedenken (NOIZZ berichtete). Und die Situation bessert sich nicht: Am 21. Dezember weist die UN-Generalversammlung mit großer Mehrheit den alleinigen Vorstoß Trumps zurück.

Der Republikaner Ted Cruz liked ein Pornobild auf Twitter, Trump redet noch mehr Müll und der israelische Premierminister Netanjahu lästert über die Europäische Union, weil er nicht bemerkt, dass sein Mikrofon noch an ist.

Aus politischer Hinsicht ist 2017 zum Glück vorbei. 2018 kann (fast) nur besser werden!

  • Quelle:
  • Noizz.de