Seit dem Amoklauf ist in den USA alles anders. Die 5 wichtigsten Punkte zu dem neuen Widerstand.

1. Parlament in Florida enttäuscht die Amoklauf-Überlebenden

Am Dienstag wurde in dem von Republikanern kontrollierten Parlament von Florida über ein schärferes Waffenrecht abgestimmt - in Anwesenheit von Überlebenden des Amoklaufs mit 17 Toten in Parkland. Trotzdem stimmte die große Mehrheit der Abgeordneten gegen eine Verschärfung. Viele der Schüler weinten vor Wut und Enttäschung nach der Verkündung des Ergebnisses. “Ich werde erst wieder zur Schule gehen, wenn die Abgeordneten und der Präsident dieses Gesetz ändern“, sagte ein 19-jähriger Schüler aus Parkland.

Eine Massaker-Überlebende wird von ihren Gefühlen überwältigt, als gegen schärfere Waffengesetze gestimmt wird

2.     Donald Trump plant nur kleine Veränderung am Waffenrecht

US-Präsident Trump und die Republikaner lehnen strengere Waffengesetze bislang weitestgehend ab. Entsprechende Versuche, meist von den Demokraten, verliefen im Sande. Jetzt kündigte Trump einen kleinen Schritt in die richtige Richtung an.

Die leicht erhältlichen Schnellfeuer-Aufsätze, sogenannte bump stocks, sollen verboten werden. Mit diesen kann man mit halbautomatischen Waffen ähnlich schnell abfeuern wie mit Vollautomatischen. Der Attentäter von Las Vegas erschoss im Oktober mit diesem Aufsatz 58 Menschen. Auch die einflussreiche Waffenlobby NRA signalisierte, dass sie mit dem Verbot einverstanden wäre.

Trauernde gedenken der Opfer des Massakers an einer High School in Florida.

3.     Hollywood-Stars spenden Millionen für die Bewegung

Die junge Bewegung gegen die amerikanische Waffenlobby bekommt reichlich prominente Unterstützung. George Clooney und seine Frau Amal spendeten eine halbe Million Dollar für die Großdemonstration in Washington am 24. März, wie Medien berichteten. „Im Namen unserer Kinder Ella und Alexander spenden wir 500 000 Dollar, um für diese wegweisende Veranstaltung zu bezahlen“, teilte das Paar der Zeitung „USA Today“ zufolge mit. „Die Leben unserer Kinder hängen davon ab.“

Auch Star-Regisseur Steven Spielberg und seine Frau Kate Capshaw, US-Talkqueen Oprah Winfrey und der Produzent und Ex-Disney- und Dreamworks-Chef Jeffrey Katzenberg, spendeten jeweils 500 000 Dollar.

Die Schüler-Aktivisten nennen ihre für den 24. März geplante Großdemonstration einen nationalen „Marsch für unsere Leben“. Der Sänger Justin Bieber erklärte sich mit der Bewegung solidarisch. „Ich bin an Eurer Seite“, schrieb er auf Twitter.

4.     Amerikaner zersägen vor der Kamera ihre Waffen

Unter dem Hashtag “oneless“ (eine weniger) stellen viele Amerikaner Videos ins Internet, die zeigen, wie sie ihre halbautomatischen Waffen zerstören. “Es wird immer Menschen geben, die töten wollen und sie werden es irgendwie tun. Aber nicht mit dieser Waffe“, sagte Scott Pappalardo aus dem US-Bundesstaat New York, dessen Video seit Samstag über 22 Millionen Mal angeschaut wurde.

5. Umfrage: Zwei Drittel der Amerikaner wollen striktere Waffengesetze 

Viele Amerikaner haben ihre Meinung über die Waffengesetze verändert, so eine Umfrage der Quinnipiac-Universität aus Hamden.

Demnach sprechen sich zwei Drittel (66 Prozent) der US-Wähler für strengere Gesetze aus. Knapp ein Drittel ist dagegen (31 Prozent). Kurz vor Weihnachten 2016 waren noch knapp 50% dagegen.

Wer denke, Amerikaner seien unbeeindruckt von den tödlichen Schüssen, sollte umdenken, sagte Tim Malloy, stellvertretender Direktor des Umfrageinstituts. Bleibt zu hoffen, dass der große Widerstand Taten folgen lässt.

[Text: zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de