Das behaupten jedenfalls zwei russische Geheimdienstler.

Es ist derzeit die Schockmeldung: Edward Snowden, der Mann, der die massenweise Ausspähung zahlreicher Bürger in den USA und weltweit öffentlich gemacht hat, soll möglicherweise an die USA ausgeliefert werden.

Er solle eine Art „Geschenk“ für den neuen Präsidenten Trump werden. Das erklärten zwei russische Geheimdienstler gegenüber dem US-Sender NBC.

Derzeit lebt Snowden gut versteckt in Russland. Denn die USA suchen ihn per Haftbefehl. Russland hatte ihm noch im Januar eigentlich zwei weitere Jahre Asyl gewährt.

Was hieße eine Auslieferung für Snowden?

Für den Ex-NSA-Mitarbeiter wäre eine Auslieferung der sichere Gang ins Gefängnis. In den USA ist gegen ihn Anklage wegen Spionage und Diebstahl von Regierungsdokumenten erhoben worden.

Präsident Trump hatte zuvor sogar die Todesstrafe für Snowden gefordert.

Die Todesstrafe ist für diese Art Vergehen jedoch nicht vorgesehen. Snowden drohen dennoch mehrere Jahrzehnte Haft: mindestens 30 Jahre Gefängnis, schätzen Experten.

Aber: Trump ist nicht der erste Präsident, der hart gegen Snowden vorgehen will. Auch Ex-Präsident Barack Obama hatte alles daran gesetzt, den „Whistleblower“ hinter Gittern zu bringen.

Warum könnte Snowden plötzlich ausgeliefert werden?

Seit dem Regierungswechsel im Weißen Haus haben sich die Beziehungen von Russland und den USA verbessert. Die waren jahrelang sehr angespannt, denn Ex-Präsident Obama hatte die russische Politik öfter scharf kritisiert – beispielsweise mit Blick auf die Rolle des Landes im Ukraine-Konflikt.

Auf Donald Trump ruhen hingehen viele Hoffnungen. Er hat bereits einen sehr Russland-freundlichen Rex Tillerson in sein Kabinett berufen – als Außenminister. Der russische Präsident Vladimir Putin hat Tillerson bereits den „Orden der Freundschaft“ verliehen.

Einige Kremel-nahe russische TV-Moderatoren hatten Trump öffentlich gelobt und dazu aufgerufen, den Antiamerikanismus der vergangenen Jahrzehnte zu begraben.

Es überrascht also nicht, dass die Auslieferung Edward Snowdens als „Geschenk“ an die USA zum jetzigen Zeitpunkt kommt. Denn damit würde Russland den USA in der Tat einen großen Gefallen tun. Das Verhältnis der beiden Länder würde sich wohl auch durch solch eine Aktion deutlich verbessern.

Was sagt Snowden zu alledem?

Snowden hat sich bereits via Twitter zu Wort gemeldet. Dort sagte er, dass das nun endlich beweise, dass er nie als Spion für die Russen gearbeitet habe.

Sein Anwalt Ben Wizner erklärte gegenüber dem NBC, dass „Team Snowden“ derzeit keine Informationen darüber vorliegen würden, dass Snowden ausgeliefert werden soll. „Wir haben keine solcher Signale erhalten und sehen keinen Grund, uns zu sorgen“, so Wizner.

Wie wahrscheinlich ist es, dass der „Deal“ zustande kommt?

Die offiziellen Regierungssprecher beider Länder dementieren das Ganze. Das Justizministerium der Vereinigten Staaten hat jedoch bereits erklärt, dass sie sich „freuen“ würden.

Quelle: Noizz.de