Rihanna, Guns N' Roses und mehr: Diese Künstler wehren sich gegen Trump

Sabine Winkler

Indie, Kaffee & Liebe
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„Don't Stop the Music“ con Rihanna soll in Zukunft nicht mehr bei Trumps Wahlkampf-Veranstaltungen laufen. Foto: Evan Agostini / dpa dpa Picture-Alliance

... weil er ihre Songs immer wieder auf Wahlkampf-Events spielt.

Heute finden in den USA die Zwischenwahlen zum Kongress statt – für Trump nicht nur ein wichtiger Test für eine mögliche erneute Kandidatur zur Präsidentschaftswahl 2020. Auch die Mehrheit der Republikaner im aktuellen US-Kongress steht auf der Kippe. Für den US-Präsidenten könnte es so in Zukunft schwieriger werden, seinen radikalen politischen Kurs fortzusetzen.

Dementsprechend schmutzig gestaltete sich im Vorfeld die Wahlkampfkampagne von Trump und den republikanischen Senatoren (eine ausführliche Analyse dazu gibt es hier). Auch an der Popkultur geht das nicht spurlos vorbei.

Nachdem sich bereits Taylor Swift durch Trumps Politik genötigt sah, ein explizit politisches Statement abzugeben – und immerhin 65.000 Neu-Wähler mobilisierte, sich zu registrieren – legen noch mehr Musikerkollegen nach. Allen voran Rihanna. Die Sängerin findet es nicht okay, dass auf republikanischen Wahlveranstaltungen ihr Song „Don’t Stop The Music“ gespielt wird – ohne ihre Einwilligung.

Bei einer Trump-Veranstaltung in Tennessee wurde ihr Song zuletzt gespielt. Als die 30-Jährige via Twitter darauf aufmerksam gemacht wurde, versprach sie, dass das bald aufhören werde. Nur Stunden zuvor gab Rihanna ihren knapp 89 Millionen Followern auf Twitter eine klare Wahlempfehlung für die Demokraten.

Rihanna ist nicht die einzige Künstlerin, die der Missbrauch ihrer Musik für politische Zwecke nervt. Was Musiker Pharrell Williams davon hält, wissen wir schon, aber auch Steven Tyler von Aerosmith oder Sänger Elton John setzen sich nun zur Wehr.

Guns ‘N Rose, Prince-Erben, Aerosmith und auch Elton John protestieren

Guns N' Roses-Frontmann Axl Rose ist anscheinend besonders sauer. In gleich ein Dutzend Tweets machte er seinem Ärger Luft. Es gebe jemanden im Weißen Haus, der wenig Achtung vor der Wahrheit, Moral oder Empathie jeder Art habe. Die Republikaner würden Schlupflöcher suchen, um ohne Genehmigung Musik von Guns ‘N Roses auf politischen Veranstaltungen zu spielen.

Für besonders helle hält Rose die Trump-Wähler ohnehin nicht: Es sei schon eine Art Ironie, dass Trump-Unterstützer der „Anti-Trump-Musik“ zuhörten. Rose bezieht sich wohl auf den Guns N' Roses-Song „Sweet Child O' Mine“, den er bei einer Kundgebung gehört haben will. Auch Rose hatte in der vergangenen Woche dazu aufgerufen, bei den Zwischenwahlen für die oppositionellen Demokraten zu stimmen.

Auch die Erben des 2016 gestobenen Superstars Prince wehren sich, dass „Purple Rain“ bei mehreren Veranstaltungen der Republikaner gelaufen sein soll. Zudem kämpft Aerosmith-Sänger Steven Tyler seit Jahren für seine Lieder.

Bereits im US-Wahlkampf 2015 schickte seine Anwältin gleich zwei Briefe an Trump mit der Aufforderung, nicht mehr den Aerosmith-Titel „Dream On“ bei dessen Events zu spielen. Darin hieß es, dass auch ein künftiger Präsident Trump keinerlei Rechte an dem geistigen Eigentum von Tyler habe, ohne dessen ausdrückliches Einverständnis.

Donald Trump scheint davon wohl unbeeindruckt:

In August 2018 bekam er erneut Post von Taylors Anwältin. Diesmal ging es um den Aerosmith-Song „Livin' on the Edge“, der wohl in diesem Sommer bei einer Kundgebung in West-Virgina aus den Boxen kam.

Ähnlich geht er auch mit Elton John um. Obwohl der mehrmals dagegen vorging, dass „Rocket Man“ auf Trumps Wahlpartys gespielt wird, macht der US-Präsident munter weiter.

Immerhin: Sein rassistischer Wahlwerbe-Spot, indem es um mexikanische Einwanderer ging, wurde nun sogar von seinem Haussender FOX News boykottiert. Zwar erst einen Tag vor der Wahl, aber immerhin.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: dpa