Das Problem gab es schon lange vorher, nun erhebt sich die Masse: Seit dem der Schwarze George Floyd vor knapp einen Monat bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben kam, protestiert die Bevölkerung lautstark gegen Polizeigewalt in den USA. Eine Karte von Amnesty International zeigt wie erschreckend häufig und wo so etwas im Land passiert.

Alleine in dem Zeitraum zwischen dem 26. Mai 2020, also einen Tag nachdem George Floyd durch einen Polizisten getötet wurde, und dem 5. Juni 2020 gab es in den USA 125 Fälle polizeilicher Gewalt. Das hat die NGO Amnesty International herausgefunden. Um zu verdeutlichen, wie groß das Problem in den Vereinigten Staaten ist, hat sie ein einzigartiges Projekt gestartet: Auf einer Landkarte kannst du genau verfolgen, wo, wann und wie Polizeigewalt stattfindet.

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Seitdem der Tod von George Floyd im gesamten Land eine Protestwelle ausgelöst hat, fragen sich immer mehr, wie viele Fälle von Polizeigewalt es wirklich gibt – und auch, wie viele davon rassistisch motiviert sind. Die Karte von Amnesty versucht, dies nun erstmals unabhängig zu dokumentieren.

So sieht die Karte aus:

Die interaktive Karte kann mit einer Suchfunktion filtern (Screenshot).

In allen bisher dokumentierten Fällen sei die Polizei mit Gewalt gegen Protestierende vorgegangen. Jeder Vorfall entspricht einem gelben Punkt auf der Karte. Wenn du ihn anklickst, erfährst du mehr über den Vorfall. Laut Amnesty sind die Polizisten nicht zimperlich: Sie würden Tränengas einsetzen, obwohl es in diesen Situationen nicht angemessen wäre, Pfefferspray und Waffen mit nicht tödlichen Projektilen, wie Gummigeschossen einsetzen.

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Viele der Vorfälle sind mit Augenzeugenvideos dokumentiert – in den meisten Fällen sind sie auf der Karte ebenfalls hinterlegt. Bisher sind es bisher rund 500 Videos, von denen Amnesty jedes geprüft hat. Dabei geht es dann darum, welche Waffen zu sehen sind, wie die Polizei reagiert und schließlich, ob die jeweilige Gewalt durch die Polizei mit nationalen und internationalen Gesetzen vereinbar ist.

125 Fälle, 500 Videos, 40 Bundesstaaten der USA

Wer sich ein bisschen durch die Karte durch klickt, findet zum Teil erschütternde Vorfälle. Polizei-Trupps, die plötzlich Tränengas gegen Protestierende einsetzen, die einfach nur schockiert sind, dass jemand einfach so von seinem Fahrrad von der Polizei gezerrt wird. Oder wie einige Polizist*innen mit Gummigeschossen auf Menschen zielen, die auf ihrer eigenen Terrasse vor dem Haus stehen. Auch eine betende Frau im Rollstuhl wurde attackiert.

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Einen lokalen Schwerpunkt gibt es aber nicht. Bisher hat Amnesty International auf der Karte in 40 Bundesstaaten solche Fälle von Polizeigewalt dokumentieren können.

Quelle: Noizz.de