Namen, Aufenthaltsorte, Taten und Fotos ...

... all das hat die polnische Regierung jetzt veröffentlicht. 800 verurteilte Täter, vor allem Pädophile, die Kinder unter 15 Jahren missbraucht haben, stellt sie so an den Pranger.

Das Ziel: Kriminelle besser zu kontrollieren und Verbrechen zu verhindern.

Das Justizministerium fordert unter anderem Institutionen und Behörden auf, ihr Personal zu überprüfen. Wenn sie Sexualstraftäter zur Arbeit mit Kindern einstellen, drohen Geld- oder Haftstrafen, so das Justizministerium. „Das Recht auf den Schutz unserer Kinder steht über der Anonymität von Verbrechern“, sagte Justizminister Zbigniew Ziobro.

Ich finde: Das geht zu weit!

Dieser Schritt grenzt die Täter von der Gesellschaft aus. Nur wenn sie nach dem Knast schnell einen Job finden, haben sie eine Chance, wieder integriert zu werden. Resozialisierung spielt für die polnische Regierung offenbar keine Rolle.

Die meisten dieser Menschen dürften nicht nur arbeitslos bleiben, sondern auch privat keinen Anschluss mehr finden. Mehr noch: Sie müssen Selbstjustiz und Übergriffe befürchten, wenn sie auf die Straße gehen.

Pädophile sind krank und haben verdammt Schlimmes getan – keine Frage! Aber dieser Online-Pranger verstößt gegen die Menschenwürde, egal, was die polnische Regierung damit bezwecken will. Was Vergewaltiger wirklich während und nach dem Gefängnis brauchen, ist eine Therapie. Und die schaffen sie nicht alleine, sondern nur mithilfe der Gesellschaft.

Quelle: Noizz.de