Augenarzt will Halb-Blinde Omi zu AfD Unterschrift überreden

Robin Kittelmann

Politik, Gesellschaft, Motor
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Die AfD könnte das erste Mal in den Bundestag einziehen Foto: dpa picture alliance

Ihr Augenarzt versuchte es mit einem miesen Trick.

Wahlkampf ist hart, Wahlkampf ist auch manchmal schmutzig, trotzdem ist nicht alles erlaubt.

Ein Augenarzt aus Bad Pyrmont soll es mit dem Werben um Stimmen etwas übertrieben haben. Nachdem er einer 83 jährigen Patientin Augentropfen verabreicht hatte, soll er ihr ein Formular gegeben haben, dass sie noch unterschreiben müsse. Die Frau weigerte sich jedoch, da sie es nicht richtig lesen könne.

Laut Aussage der Betroffenen bot der Arzt ihr an, den Rest für sie auszufüllen, er bräuchte nur ihre Unterschrift. Doch die Frau nahm das Papier mit nach Hause. Nachdem die Wirkung der Tropfen nachgelassen hatten, stellte sich der Zettel als Unterstützungsformular für die AfD heraus.

Im Oktober wird in Niedersachsen gewählt. Um an den Landtagswahlen teilnehmen zu dürfen, braucht die AfD 2000 solcher Unterstützungsunterschriften.

Jetzt hat ihre Schwiegertochter, die sogar eine CDU-Kommunalpolitikerin ist, Anzeige gegen den Augenarzt erstattet. Nach ihrer Darstellung habe der Arzt ihrer Schwiegermutter, wie bei entsprechenden Untersuchungen üblich, Augentropfen gegeben, die sie nur noch unscharf sehen ließen. Der zuständige Staatsanwaltschaft in Hannover liegt eine entsprechende Anzeige gegen den Arzt wegen Wählertäuschung vor.

Allerdings steht zurzeit Aussage gegen Aussage. Der Augenarzt fühlt sich zu unrecht beschuldigt, dies sei eine Kampagne gegen ihn. Zwar habe er bei einigen Patienten für die AfD geworben, aber immer losgelöst von seiner Medizinertätigkeit. Außerdem will er alle über den Inhalt der Formulare informiert haben. Er hat seinerseits gegen die Patientin Anzeige erstattet, wegen Verleumdung und Rufmord.

Quelle: Noizz.de

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