Gerade hat sie den neuen Drogen- und Suchtbericht vorgestellt.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, CSU-Politikerin Daniela Ludwig, hat heute den Drogen- und Suchtbericht 2019 vorgestellt. Das Ergebnis: Cannabis ist nach wie vor die am meisten konsumierte illegale Droge, Rauchen ist out, Dampfen dafür immer beliebter. Kiffer aufgepasst: Ludwig deutete einen Neuorientierung beim Thema Cannabis an.

>> Was sagt die neue Drogen-Beauftragte zu Cannabis?

Tabak und E-Zigaretten

Der Konsum herkömmlicher Zigaretten geht immer weiter zurück: Der Anteil rauchender Jugendlicher hat sich in den vergangenen zehn bis 15 Jahren um zwei Drittel verringert. E-Zigaretten erfreuen sich dagegen wachsender Beliebtheit, vor allem bei jungen Menschen. Ludwig möchte dieser Entwicklung mit einem umfassenden Tabakwerbeverbot inklusive Dampfprodukten entgegenwirken. "Die E-Zigarette ist kein Wellnessprodukt", so die CSU-Politikerin.

Cannabis

Der Cannabis-Konsum bei Erwachsenen und jungen Menschen ist angestiegen: 42,5 Prozent der 18 bis 25-Jährigen gaben demnach an, bereits Cannabis konsumiert zu haben. Bei den Jugendlichen sind es 19 Prozent. Ludwig zeigte sich bei der Vorstellung des neuen Berichts offen für den Dialog mit Befürwortern und Gegner einer Teilfreigabe von Cannabis. Die CSU-Politikerin sagte dazu am Dienstag: "Ich glaube nicht, dass es so bleibt, wie es ist."

Kiffer sollten sich allerdings nicht zu früh freuen, denn für Ludwig ist Cannabis nach wie vor nicht als harmlos anzusehen: "Cannabis ist nicht nur ein Kraut, sondern kann auch gefährlich sein." Sie denke in viele verschiedene Richtungen und tausche sich mit Kollegen in den Niederlanden, Österreich und Portugal aus, um mehr über die dortigen Erfahrungen zu lernen.

Alkohol

Alkohol bleibt das beliebteste Rauschmittel allgemein, auch im internationalen Vergleich liegt der deutsche Alkoholkonsum weit vorne. Dennoch ist der Konsum von alkoholhaltigen Getränken insgesamt auf einem historischen Tief. Bei jungen Menschen wird insbesondere der exzessive Konsum ("Komasaufen") seltener.

Harte Drogen und Drogentote

Harte Drogen, wie Heroin und Kokain, wurden im Vergleich zu den Vorjahren weniger konsumiert. Die Zahl der Drogentoten blieb mit 1.276 Menschen im Vergleich zum Vorjahr aber fast unverändert. Nach wie vor sind Opioide, wie Heroin, die Haupttodesursache.

Eine Legalisierung von Kleinstmengen bzw. eine Eigenbedarfsregelung für harte Drogen komme deshalb laut der Drogenbeauftragten "absolut nicht in Frage". Eine solche Forderung sei "schlicht und ergreifend Blödsinn", so Ludwig.

Mehr offene Dialoge statt ideologiebasierte Debatten

Positiv anzumerken: Ludwig betonte, dass es bei der Drogen- und Suchtpolitik an der Zeit sei, endlich mehr offene Dialoge zu führen statt ideologiebasierter Debatten. Bleibt abzuwarten, wie offen der Dialog tatsächlich stattfinden wird und welche Maßnahmen letztendlich umgesetzt werden. Zumindest beim Thema Cannabis könnte die neue Drogenbeauftragte Ludwig frischen Wind in die Regierung bringen.

Quelle: Noizz.de