Begründung: deutsche Wurzeln.

In der ländlichen Kleinstadt Beulah hat ein Paar in Australien Empörung ausgelöst, weil es eine Fahne mit einem gut sichtbaren Hakenkreuz und anderen Symbolen hisste. Selbst nach Beschwerden mehrerer Nachbarn bei der Polizei weigerte sich das Paar die Fahne abzunehmen. Besonders widerlich: Auf der anderen Seite der Straße wohnt ein 83-jähriger Holocaust-Überlebender, dessen Eltern in Konzentrationslagern ums Leben kamen.

Wie die Zeitung "The Age" berichtete, habe die Frau die Flagge mit ihren deutschen Wurzeln begründet. Trotz über 400 Beschwerden konnte die Polizei das Paar nicht zum Abnehmen der widerlichen Flagge zwingen, denn anders als in Deutschland sind Nazi-Symbole in Australien nicht verboten. Darüber wird allerdings diskutiert.

Daniel Andrews, Ministerpräsident des Bundesstaates Victoria, sprach mit Journalisten.
Foto: / David Crosling / dpa

Selbst der Ministerpräsident des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, schaltete sich ein: "Wenn es in diesem Haushalt noch irgendeinen Anstand gibt, nehmen sie die Flagge sofort runter", sagte er am Dienstag vor Reportern in Melbourne. Andrews sprach von einem "absolut ekelhaften Verhalten".

Am Donnerstagmorgen wurde die Flagge endlich entfernt. Berichten zufolge habe sich das Paar jedoch geweigert das Stück selbst abzunehmen und einen Polizeibeamten mit dem Einholen beauftragt.

>> Bundeswehr feiert Nazi-Uniform auf Instagram als "retro" und einflussreich für Haute Couture

"Hakenkreuz-Plage" in Victoria

Solches Verhalten habe in den vergangenen Jahren enorm zugenommen, sagte der Bürgerrechtler Dvir Abramovich (Anti-Defamation Commission) der Deutschen Presse-Agentur. In Melbourne, der Hauptstadt Victorias, gebe es eine regelrechte "Hakenkreuz-Plage", mehr Graffiti und Vandalismus, außerdem eine Zunahme von Parolen, die antisemitisch sind und den Holocaust leugnen.

[Text: Zusammen mit dpa]

>> Nach KZ-Besuch: Schüler singen antisemitische Lieder

Quelle: Noizz.de