Die "Mohrenstraße" in Berlin-Mitte trägt einen rassistischen Namen und hat ihre Wurzeln im Kolonialismus und Sklavenhandel. Eine Initiative fordert jetzt in einem offenen Brief unter anderem die Umbenennung in Anton Wilhelm Amo-Straße.

Die "Mohrenstraße" in Berlin-Mitte steht nicht erst seit gestern wegen Rassismus in der Kritik – aktuell nimmt der Kampf für eine Umbenennung aber so richtig Fahrt auf. Denn mit der gestiegenen Aufmerksamkeit für die "Black Lives Matter"-Bewegung, richtet sich der Blick auch kritisch auf rassistische Denkmäler und Überbleibseln aus der Kolonialzeit. In diese Kategorie fällt auch die Berliner "Mohrenstraße". Jetzt hat die "Nachbarschaftsinitiative Anton Wilhelm Amo-Straße" einen offenen Brief verfasst, in dem sie unter anderem eine Umbenennung fordert.

Die Forderungen sollen in Kürze der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte vorgelegt werden.

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Gewaltvolle deutsche und europäische Kolonialgeschichte

In dem offenen Brief schließt sich die Initiative der Kritik von Zusammenschlüssen wie dem "Afrika-Rat Berlin-Brandenburg", "Berlin Postkolonial" und der "Initiative Schwarze Menschen" an und verlangt die Umbenennung der Mohrenstraße in Anton Wilhelm Amo-Straße. Zudem soll ein postkolonialer Lern- und Erinnerungsort in der Straße eingerichtet werden. Insgesamt könne man so "ein wichtiges Zeichen setzen angesichts einer zunehmenden rassistischen, neonationalistischen Bedrohung der liberalen Weltoffenheit, für die gerade Berlin steht", so die Initiative in dem offenen Brief.

George-Floyd-Straße klingt gleich viel besser.

Die "Nachbarschaftsinitiative Anton Wilhelm Amo-Straße" wurde von Wissenschaftler*innen und Studierenden des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin ins Leben gerufen. Deren Institut liegt nämlich direkt in der "Mohrenstraße" – für die Ethnolog*innen eine besondere Ironie, denn "[die Adresse] zeugt von einer in unserer Gegenwart weiterwirkenden gewaltvollen deutschen und europäischen Kolonialgeschichte, mit der wir uns seit Langem kritisch befassen", wie es in dem Brief heißt.

Lies den gesamten offenen Brief hier: "Kein Rassismus vor unserer Haustür!"

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Quelle: Noizz.de